Glaube
Spanien, Frankreich | 2026 | FSK 12
5 Goyas 2026: bester Film, beste Regie, bestes Drehbuch, beste Hauptdarstellerin, beste Nebendarstellerin

Flucht oder Bestimmung? Feinfühlig ausgewogenes spanisches Drama über ein Mädchen, das sich inmitten der pubertären Wirren entschließt, Nonne zu werden - und ihre Familie, die damit umgehen muss.
Auf den ersten Blick unterscheidet Ainara wenig von anderen siebzehnjährigen Mädchen. Auch an ihrer streng katholischen Schule gibt es heimliche Saufgelage und in Mikel aus dem Chor ist sie ein bisschen verschossen. Doch ihr Herz gehört nicht allein weltlichen Jungs: Seit einem Ausflug ins Kloster, ist sie sich immer sicherer, dass sie dort hingehört. Ihrem überforderten alleinerziehenden Vater ist es fast egal – solange es nichts kostet – doch ihre taffe, moderne Tante Maite ist höchst alarmiert: Für sie steht fest, dass das Kind vom frühen Tod der Mutter traumatisiert und drauf und dran ist, sein Leben an den Nagel zu hängen…
Die große Stärke des mit 5 Goyas prämierten Films liegt darin, dass er die existenzielle Auseinandersetzung ernst nimmt, ohne sich dabei auf eine Seite zu schlagen: Bei aller gerechtfertigten Skepsis der Tante und Kritik an der Institution billigt er Ainara bis zum Schluss die Möglichkeit zu, dass sie vielleicht wirklich etwas spürt, das sich dem Verständnis der anderen entzieht. Dass dies gelingt, liegt an den hervorragend geschriebenen Dialogen und dem ebenso überzeugenden Ensemble. Ein kleines Wunder.


