I'm a Cyborg, But That's Okay

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I'm a Cyborg, But That's Okay - 2006

Zum Start von NO OTHER CHOICE 

Bambi
Di.17.03.2619:00

bald verfügbar

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Sitzt man tagtäglich am Fließband, um Radios nach den Anweisungen einer monotonen Lautsprecherstimme zusammenzubasteln, gerät das Leben schnell in einen Automatismus und man selbst im schlimmsten Fall zum Automaten. Dieser Fall tritt bei der jungen Young-goon ein, die sich fortan für einen Cyborg hält und nach einem Versuch, ihre inneren Batterien an der Steckdose aufzuladen, in einer Nervenheilanstalt landet. Dass Park Chan-wook nach seiner Rache-Trilogie (Mr. & Lady Vengeance, Oldboy) mit einer vor Ideen überbrodelnden Liebesgeschichte aufwarten würde, ist eine wahre Überraschung.

Ein Leben als Cyborg ist nicht immer leicht, zumal sich Young-goon strikt an die Anweisungen der als Bilderbuch aufgemachten Cyborg-Verhaltensregeln halten muss. Mitleid mit den Wächtern und Ärzten zu haben, gestaltet sich als recht schwierig, zumal diese darauf bestehen, dass ihre Insassin brav ihre Reisgerichte zu sich nimmt, obwohl diese lieber an ihren mitgebrachten Batterien lutscht, um zu neuer Kraft zu gelangen. Während das Mädchen in ihrer Phantasie versucht, das Problem ganz „Vengeance“-mäßig und mit Maschinengewehren, die aus ihren Fingern hervorstoßen, zu lösen, geht ein anderer Insasse die Sache um einiges subtiler an…
Mag „I’m A Cyborg“ auf den ersten Blick als eine Abkehr von Park Chan-wooks vorherigen Filmen erscheinen, so rücken dennoch immer wieder die zentralen Themen seines Schaffens in den Vordergrund, sei es das moralische Hinterfragen nach begründetem oder unbegründetem Mitleid („Sympathy“) oder das klaustrophobische Eingesperrtsein der Protagonisten („Oldboy“). Selbst die daraus resultierenden Gewaltausbrüche, die hier in der Imagination des vermeintlichen Cyborgs stattfinden, sind präsent, wenn auch comicmäßig überspitzt. Wenn man sieht, wie warmherzig die Hauptcharaktere und deren Hintergründe gezeichnet sind, ist es lediglich etwas schade zu sehen, dass viele der anderen Insassen lediglich zu selbstzweckhaften Slapstickfiguren verkommen. Optisch und vom Ideenreichtum steht Park Chan-wooks neustes Werk den Filmen Wes Andersons oder Michel Gondrys „Science Of Sleep“ in nichts nach. Und wer von der Blaubeer-Kussszene in Wong Kar-Wais „My Blueberry Nights“ gerührt war, dem dürfte auch der „Einbau“ des Reisumwandlers Tränen in die Augen treiben. Merkwürdiger Vergleich? Nicht, wenn man „I’m a Cyborg, but that’s ok“ gesehen hat. //Oliver Forst zum Kino-Start Februar 2008

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