VorschauSTART | 02.01.2020

Judy

Infos Vorführungen

Judy - 2019 Filmposter

FürSie-Preview

Nur Restkarten an der Abendkasse.

Atelier
Mi18.12.1920:00

10,00 EUR/8,00 EUR
Normal / Gildepass

Vorpremiere

Atelier
Do26.12.1914:00

10,00 EUR/8,00 EUR
Normal / Gildepass

Vorpremiere 

Atelier
Mo30.12.1918:00

10,00 EUR/8,00 EUR
Normal / Gildepass

Informationen

Renée Zellweger darf als Judy Garland alles geben und zeigt mit einer oscarreifen Leistung, was sie kann: Sie schlüpft in die Persönlichkeit des Stars, streift sich Judy Garlands Geschichte über und wird ihr beinahe gespenstisch ähnlich. Rupert Goolds Biopic ist ein gelungenes Melodram, das ohne jeden Kitsch auskommt und dennoch ans Herz geht. Das liegt vor allem an der Musik, wunderbar interpretiert von Renée Zellweger selbst, in der sich das Leben des Stars zu spiegeln scheint. Somewhere over the Rainbow…

Judy Garland ist gerade ziemlich am Boden, auch wenn sie das selbst nicht wahrhaben will. Ihr Starruhm ist verblasst, das ständige Auf und Ab ihrer Karriere, die Abhängigkeit von Aufputsch- und Beruhigungsmitteln sowie vom Alkohol, finanzielle Probleme, eigenes und fremdes Missmanagement, noch dazu vier gescheiterte Ehen haben ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen. Inzwischen ist sie Mitte vierzig und pleite. So entschließt sie sich widerwillig, die beiden jüngeren Kinder Lorna und Joey bei ihrem geschiedenen Ehemann Sidney Luft zu lassen, und reist nach London, wo sie mehrere Wochen in einem Nachtclub auftreten kann. Kein Vergleich mit dem, was sie aus früheren Zeiten gewöhnt ist, aber immerhin eine Möglichkeit, etwas Geld zu verdienen. Die Liebe zu dem deutlich jüngeren Mickey Deans bringt für kurze Zeit positive Impulse in ihr Leben – er sorgt für sie, er kümmert sich um sie, und so wird er Ehemann Nr. 5, doch bald muss Judy erkennen, dass er sie, so wie fast alle anderen Menschen in ihrem Leben, nur benutzt, um selbst seine Schäfchen ins Trockene zu bringen.

Die beiden Drehbuchautoren Tom Edge und Peter Quilter konzentrieren sich in ihrem Biopic mit viel Geschick auf einige Monate im Leben von Judy Garland. Sie zeigen vor allem die Zeit in London, das hier angemessen swinging dargestellt wird, ergänzt durch Rückblenden auf die Dreharbeiten zu „The Wizard of Oz“. Dadurch werden die Gemeinsamkeiten und Gegensätze noch klarer: hier das naive Kind, das alles glauben möchte, was man ihm sagt – dort die alternde Frau, die immer noch nicht ganz desillusioniert ist, und die singen will, weil sie für den Gesang lebt. Sehr deutlich erklärt sich Judy Garlands Schicksal aus der Vergangenheit.

Renée Zellweger ist Judy Garland, und zwar auf eine frappant berührende und manchmal geradezu zärtliche Weise. Abgemagert, schrecklich dünn, nervös und rastlos hat ihre Judy etwas von einem schwachen Vögelchen, das sich immer wieder aufzurappeln versucht. Sie taucht ein in den Körper und in den Geist dieser kranken und dennoch immer noch beeindruckend lebendigen Frau und lebt die Rolle in einer beinahe gespenstischen Ähnlichkeit bis in die kleinsten Gesten, wobei ihre Unruhe und Nervosität vor allem deshalb so mitleiderregend ist, weil die Gründe dafür so furchtbar klar sind: Seit sie ein kleines Mädchen ist, steht sie auf der Bühne und wird manipuliert, zunächst von ihrer Mutter und später von Louis B. Mayer, der sie während der Dreharbeiten zu „The Wizard of Oz“ tablettensüchtig macht, mit Aufputschmitteln, damit sie durchhält, und mit Beruhigungsmitteln, damit sie schlafen kann. Renée Zellweger zeigt das Ergebnis und die Folgen dieser Methoden. Da ist viel Traurigkeit, aber auch ein ab und an aufblitzender Humor, ihre Schlagfertigkeit und natürlich immer noch das Talent: die Stimme. Und Renée Zellweger singt und spielt sich ins Herz des Publikums.