Little Trouble Girls

Berlinale 2025

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Little Trouble Girls - 2025
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Sex und Religion vertragen sich eigentlich ganz ausgezeichnet. Zumindest, wenn es um die filmische Verbildlichung von libidinöser Emanzipation geht, die sich aus dem Korsett orthodoxer Zwänge schält. Für ihr Spielfilmdebüt LITTLE TROUBLE GIRLS, das auf der Berlinale 2025 Premiere feierte und als slowenischer Oscar-Beitrag ins Rennen geht, verfrachtet Regisseurin Urška Djukić einen katholischen Mädchenchor in das Setting eines Klosters.

Urška Djukić geizt zwar nicht mit Verschränkungen von christlicher Symbolik mit Sexualität, will damit aber weniger kleinbürgerliche Moralvorstellungen auf den Kopf stellen, als die Verletzlich- und Beeinflussbarkeit in der prägendsten Phase weiblichen sexuellen Erblühens erforschen. Diese behutsame Erkundung des eigenen Verlangens wird vorgeführt anhand der Figur der 16-jährigen Lucija (Jara Sofija Ostan), die anfangs als Neuling dem katholischen Mädchenchor ihrer Schule beitritt. Daheim wacht die frömmelnd strenge Mutter über sie und schilt sie bereits für aufgetragenen Lippenstift. Doch was soll schon passieren während eines Probenwochenendes mit dem Chor in einem italienischen Kloster? Schon der Anblick eines nackten Mannes am Fluss, als der Bus sich besagtem Kloster nähert, lässt vorausahnen, dass sich Lucija auf ein Wochenende der Versuchungen und verbotenen Früchte zubewegt…
Djukić gelingt es, zwischen unausgesprochenen Sehnsüchten, verunsichernden Gruppenzwängen und heimlichen Blicken ein wundersames Prickeln auf der Leinwand zu erzeugen.



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