VorschauSTART | 18.06.2026

Mein Leben, mein Ding

Eröffnungsfilm Quinzaine, Cannes 2024

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Mein Leben, mein Ding - 2024
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Sophie Fillières ist bei uns nicht so bekannt wie in Frankreich. Hier hat sie mit Sandrine Kiberlain, Chiara Mastroianni, Mathieu Amalric, Melvil Poupaud und André Dussolier zusammengearbeitet. Ihr siebter eigener Film THIS LIFE OF MINE, für den sie sich Agnès Jaoui als Hauptdarstellerin aussuchte, eröffnete die Quinzaine 2024.

Die Veranstaltung stand in einem traurigen Zusammenhang, denn Fillières erkrankte und starb kurz nach den Dreharbeiten. Nach dem Film luden ihre beiden Kinder Agathe und Adam Bonitzer zum Q&A und erzählten, wie sie auf Wunsch ihrer Mutter den Film fertiggestellt haben. Auch Agnès Jaoui war dabei und berichtete, dass ihr schon der Titel des Films (MA VIE MA GUEULE) gut gefallen hätte. Sie hatte das Buch in einer Nacht gelesen und war begeistert vom Humor, der Poesie und seiner Einzigartigkeit. “Es war mehr ein Stück Literatur als ein Drehbuch“, sagte sie in Cannes.

Im Film spielt sie Barberie Bichette, eine gestandene Frau in den Fünfzigern. Ihr ganzes Leben hat sie versucht, ihrem Mann eine großartige Liebhaberin, den Kindern eine gute Mutter und im Büro eine verlässliche Kollegin zu sein. Doch das war, bevor sie 55 Jahre wurde. Nun fällt sie öfter mal aus der Rolle, erfüllt nicht die Erwartungen der anderen, was die Dinge dunkler, unvorhersehbarer, manchmal sogar gewalttätig und oft absurd werden lassen. Irgendwie ist das Ganze eine Art Midlife Crisis einer Frau, nur wird sie ihr von der Gesellschaft nicht zugestanden. Wenn Frauen nicht mehr so funktionieren, wie man es von ihnen erwartet, dann müssen sie wohl krank sein. Agnes Jaoui jedenfalls spielt diese Rolle, als hätte man sie ihr auf den Leib geschrieben und macht diesen Film zu einem sehenswerten Frauenfilm.

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