Mein Leben mit Amanda

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Mein Leben mit Amanda - 2018 Filmposter
Vorführungen
Bambi
  • Sa21.09.
  • So22.09.
  • Mo23.09.
  • Di24.09.
  • Mi25.09.
  • Do26.09.
  • Fr27.09.
  • Sa28.09.
  • So29.09.
  • Mo30.09.
  • Di01.10.
  • Mi02.10.
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Informationen

Jenseits aller Klischees gelingt Regisseur Mikhael Hers ein schwieriges Thema mit bemerkenswerter Leichtigkeit zu behandeln. Sein anrührendes, warmherziges Drama über Trauerarbeit und Verarbeitung von Schicksalsschlägen wirkt nicht zuletzt durch seine beiden Hauptdarsteller Vincent Lacoste, dem französischen Shootingstar, und der siebenjährigen Isaure Multrier authentisch. Mit ihrer unverstellten Art und der mitunter verblüffenden Intelligenz eines Kindes verzaubert Isaure Murier in der Rolle als kleine Amanda, die plötzlich ihre Mutter verliert. Sensibel und nuanciert, ohne die Widersprüche von Kinder- und Erwachsenenwelt auszublenden, besticht das leise Kinojuwel.

„David holt mich heute ab, Mamas Bruder“, erklärt die kleine Amanda (Isaure Multrier) ihrer Lehrerin. Doch der 24-jährige sympathische Filou (Vincent Lacoste) lässt auf sich warten. Noch immer schlägt er sich mit Gelegenheitsjobs durch und hat seinen Platz im Leben noch nicht richtig gefunden. Für seinen Vermieter kümmert er sich um dessen Wohnungen bei der Übergabe an Nachmieter und Touristen. Diesmal brachte eine indische Familie, die nicht rechtzeitig ankam, seinen Zeitplan durcheinander. Abgehetzt radelt er durch Paris, um seine kleine Nichte nach Hause zu bringen. Die beiden verstehen sich prächtig. Und selbst Sandrine, Davids Schwester, ist nur kurz verärgert über seinen Fauxpas. Dass sie sich auf ihren kleinen Bruder trotz allem verlassen kann, weiß sie im Grunde. Die alleinerziehende Mutter schätzt seine Unterstützung. Und schon bald tanzen Mutter und Tochter zu Elvis Presleys „Don´t be cruel“ durch die Wohnung. Und die kleine Amanda, weiß nun auch was es mit der geflügelten Redewendung: „Elvis has left the building“ auf sich hat. Wie sehr dieser Satz sich in ihr Bewusstsein gräbt, ahnt zu diesem Zeitpunkt niemand.

In lichtdurchfluteten sommerlichen Bildern, die durch die Körnigkeit des Super 16mm- Materials noch stimmiger wirken, beschwört Regisseur Mikhaël Hers das zunächst unbeschwerte Glück dieses kleinen Trios. Und für David, der gerade dabei ist sich in seine Nachbarin Léna (Stacy Martin) zu verlieben, scheint die Welt perfekt. Doch abrupt bekommt das Ganze Risse. Von einem Tag auf den anderen gerät das Leben aus den Fugen. Ein blutiger Anschlag erschüttert Paris. David ist mit dem Rad unterwegs, als die Polizei-Sirenen zu heulen beginnen und Krankenwagen losrasen. Seine Schwester Sandrine kommt dabei ums Leben. Auch Léna ist verletzt und schwer traumatisiert von dem schrecklichen Geschehen. Den Anschlag selbst erspart Regisseur Hers dem Zuschauer. Sensibel zeigt er die Folgen für die Betroffenen. Wie die Stadt plötzlich in Stille und Schock erstarrt. Leer sind die Straßen, die Polizei patrouilliert vor dem Park, Personenkontrollen sind an der Tagesordnung. David muss jetzt nicht nur mit seiner eigenen Trauer zurechtkommen, sondern steht als Amandas letzter Verwandter und nächste Bezugsperson in der Pflicht.

Jenseits aller Klischees gelingt Regisseur Mikhael Hers ein schwieriges Thema mit bemerkenswerter Leichtigkeit zu behandeln. Sein anrührendes, warmherziges Drama über Trauerarbeit und Verarbeitung von Schicksalsschlägen wirkt nicht zuletzt durch die Hauptdarsteller authentisch. Einfühlsam zeigt Hers nicht nur die psychische Erschütterung sondern auch die Kostbarkeit einzelner Momente, die helfen, langsam wieder Lebensfreude zu finden.