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My Zoe

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My Zoe - 2019 Filmposter
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Julie Delpy ist vor allem durch ihre romantischen Screwball-Komödien bekannt, bei denen sie, so wie bei „Zwei Tage in Paris“, auch selbst Regie geführt hat. Ihr neuer Film ist jedoch ein lange gehegtes Herzensprojekt, das durch sein kontroverses Thema beinahe keine Förderung bekommen hätte: Denn es geht um die ethische Frage des Klonens - aus feministischer Perspektive. „My Zoe“ ist ein ebenso gelungenes wie notwendig provokatives Denk- und Filmexperiment.

Die Immunbiologin Isabelle (Delpy) bestreitet gerade einen schmerzhaften Scheidungsprozess mit dem Vater ihrer aufgeweckten Tochter Zoe. Jeder Tag, jede gemeinsam verbrachte Stunde ist umkämpft und führt zu erbitterten Vorwürfen. Als die Kleine eines Morgens nicht mehr aufwacht, verwandelt sich der Berliner Patchwork-Familienalltag in ein Drama, das einem die Luft zum Atmen abschnürt. So sehr hat die Mutterliebe Isabelles die Zuschauer bereits in eine Nähe zu Zoe gebracht, dass ein möglicher Verlust des Kindes zu einem nachfühlbaren Horrorszenario wird.

Durch ihr biologisches Fachwissen ahnt sie, dass es eine Möglichkeit gibt, aus dem Gewebe ihrer klinisch toten Tochter Stammzellen zu gewinnen. Delpy gelingt es den ganzen Film hindurch die Ambivalenzen des brisanten Themas aufrechtzuerhalten und dabei die unheimlichen Facetten der Mutterschaft mit einem Recht auf die reproduktiven Möglichkeiten des eigenen Körpers zu kontrastieren.