Nina Wu
Taiwan, Myanmar, Malaysia | 2019 | FSK 16

Seit dem Erfolg von „Parasite“ sollte nun auch dem letzten klar sein, dass das asiatische Kino gesellschafliche Probleme eigenwillig, genreübergreifend und auf höchstem künstlerischen Niveau reflektiert. So auch „Nina Wu“ des aus Myanmar/Burma stammenden Filmemachers Midi Z, der die Rolle der Frau in der Filmindustrie und die #MeToo-Debatte als packenden und visuell beeindruckenden Psycho-Thriller umsetzt.
Midi Z hat sich bisher meist mit der politischen und gesellschaftlichen Situation seiner Heimat Myanmar/Burma sowohl mit Spielfilmen („The Road to Mandalay“) als auch Dokumentationen („Jade Miners“) beschäftigt und ist Stammgast beim Rotterdamer Filmfestival. Genaue Milieuzeichnungen und die Ausarbeitung der emotionalen Befindlichkeit seiner Protagonisten sind dabei zu seinem Markenzeichen geworden. So auch bei „Nina Wu“ allerdings mit anderer Thematik, denn hier geht darum, wie das Selbstbild einer jungen Schauspielerin am Missbrauch einer von Männern dominierten Filmproduktion zerbricht. Das Script stammt von Ke-Xi Wu, die damit eigene Erfahrungen verarbeitet hat und die Hauptrolle spielt. Eine gleichermaßen betörende wie schockierende Filmerfahrung, die auch Quentin Tarantino bei der Premiere in Cannes nicht ruhig auf seinem Platz sitzen ließ.


