ObsessionDu sollst mich lieben
Vereinigte Staaten | 2026 | FSK 16
Sitges 2025: Spezialpreis der Jury

YouTuber der Gen Z scheinen die neuen Horror-Hits der Gegenwart zu fabrizieren. Jedenfalls rangeln mit „Backrooms“ und jetzt auch „Obsession“ gleich zwei sehr sehenswerte Genreableger von bemerkenswert jungen Regisseuren um den Thron des größten Sommerschauders. Curry Barker, 27 Jahre jung, liefert mit seinem für läppische 750.000 Dollar produzierten Spielfilmdebüt eine gleichermaßen furchteinflößende wie intelligente Horrorsatire über Incels, Konsens und toxische Co-Abhängigkeit ab, die ihrem derzeitigen Hype absolut gerecht wird!
Bear (Michael Johnston) ist verzweifelt. Seit Jahren schon ist er hoffnungslos in seine süße Kollegin Nikki (Inde Navarrette) aus dem Musikgeschäft verliebt. Ergibt sich jedoch eine Gelegenheit, ihr seine wahren Gefühle zu gestehen, druckst er nur herum. Als er Nikki mit einem Geschenk beeindrucken will, entdeckt er in einem Kuriositätenladen den „One Wish Willow“ – ein vermeintliches Spielzeug, das einen einzigen Wunsch erfüllt. In einem unüberlegten Augenblick wünscht Bear sich, von Nikki mehr geliebt zu werden als von allem anderen. Schon bald muss er am eigenen Leib erfahren, dass er diesen Wunsch etwas präziser hätte formulieren sollen, denn Nikki entwickelt eine leicht ungesunde und rasant wachsende Fixierung auf Bear.
Der Horror lauert im Vertrauten. Entsprechend hat es Barker gar nicht nötig, eine Geisterbahn an Schockeffekten und Jump Scares zu entfesseln, sondern kann sich neben dem geschickten Einsatz von Licht und Schatten ganz auf die Spannung verlassen, die er durch die Überzeichnung unangenehm-toxischer Paarsituationen erzeugt, wie ebenso auf Inde Navarrette, deren irre Performance das Zeug dazu hat, uns noch lange in Albträumen heimzusuchen.


