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VorschauSTART | 12.11.2020

Rosas Hochzeit

AWARDS: Eröffnungsfilm Festival de Málaga

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Rosas Hochzeit - 2020 Filmposter
Informationen

Icair Bollains Karriere begann 1983. Als Teenager spielte sie bereits eine Hauptrolle in “El Sur - Der Süden”. Es folgten etliche weitere, bis sie 2010 die Seiten wechselte und sich auf die Regie verlegte. Mit Filmen wie “Und dann der Regen”, “El Olivo - Der Olivenbaum” und zuletzt “Yuli” steht sie für anspruchsvolle Themen, die sie mit viel Humor und Lebensfreude anpackt. So auch in “Rosas Hochzeit”, doch diesmal übertrifft sie sich selber und schafft eine der inspirierendsten, lebendigsten und strahlendsten Frauenfiguren der letzten Jahre.

Rosa steht kurz vor ihrem 45. Geburtstag und ist ‘everybody’s darling’. Immer wenn es mal nicht klappt, ist Rosa zur Stelle und springt ein. So in ihrem Job als Kostümbildnerin, wo sie eine Überstunde nach der anderen schiebt und wenn’s mal eng wird auch die Nacht durcharbeitet. So aber auch in der Familie, wenn sie mal wieder die Kinder ihres Bruders hütet oder ihren alten Vater zum Arzt begleitet. Der lässt sich schon gar nicht mehr von seinen anderen Kindern helfen, nein, es muss Rosa sein und zwar nur Rosa. Seine neueste Idee: Er will bei ihr einziehen, das wäre für alle das Praktischste. Doch damit soll nun Schluss sein. Rosa hat einen radikalen Wandel in ihrem Leben beschlossen. Sie will Valencia verlassen und zurück in ihre Heimat, einen kleinen Küstenort, ziehen. Hier gibt es noch den kleinen Schneiderladen von ihrer verstorbenen Mutter, den sie aufpeppen will, um sich ihren heimlichen Traum von einem eigenen kleinen Laden zu erfüllen. Aber es ist nicht so leicht, sein Leben in die eigenen Hände zu nehmen. Der Job, ihr Vater, die Geschwister, ihr Freund, ihre Tochter Lidia … Das Handy hört gar nicht mehr auf zu klingeln und Rosa beschließt, ein Zeichen zu setzen: Sie will heiraten. Und diese Hochzeit wird eine ganz besondere sein…

Mit „Rosas Hochzeit“ ist es Iciar Bollain gelungen, die spanischen Kinos nach dem Lockdown wiederzubeleben. Kein Wunder, sprüht ihr Film doch vor Charme und überbordender Lebensfreude. Eine warmherzige „Selbstfindungs“-Komödie aus dem sonnigen Süden Spaniens, leichtfüßig getragen von einem wunderbaren Ensemble, an dessen Spitze sich Candela Peña in der Rolle der Rosa, in den Olymp der spanischen Filmikonen spielt. Hier kann sie neben Carmen Maura, Rossy de Palma und Penélope Cruz bestehen. Wie schon in „El Olivo“ ist es Iciar Bollain auch hier gelungen, ein sozialkritisches Kino ohne Zeigefinger und Schwerfälligkeit zu inszenieren. Dabei fordert sie vehement das Recht auf das eigene Glück und ermuntert die Frauen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und sich vom selbst oder von anderen auferlegten Ballast zu befreien. “Das Lachen, das sich einem Ensemble begnadeter Schauspieler*innen verdankt, verdeckt weder den feministischen Anspruch noch den stummen Schrei nach Selbstachtung, mit dem so viele Frauen sich identifizieren.“ schreibt die spanische Zeitung ‘El Correo’. So ist Iciar Bollaín nicht nur eine leichtfüßiger Sommerhit gelungen, sondern auch ein ernst zu nehmender Frauenfilm, der der spanischen Lebensart den Spiegel vorhält und dafür sorgt, dass die Stimme Rosas gehört wird.