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The Broken Circle

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The Broken Circle - 2011 Filmposter

"The Broken Circle" ist auch online verfügbar.

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Obwohl sie so unterschiedlich sind, ist es Liebe auf den ersten Blick: Der selbsternannte Cowboy Didier spielt in einer Bluegrass-Band, während Elise als Inhaberin eines Tattoo-Studios fest im Leben steht. Schon bald sind die beiden ein Paar und es kündigt sich Nachwuchs an. Einer rosigen Zukunft steht nichts im Wege, bis Tochter Maybelle mit sechs Jahren an Leukämie erkrankt. Niemals prätentiös und trotzdem voller Emotion ist „The Broken Circle“ ein packendes Melodram im besten Sinne.

Didier ist überzeugter Atheist und ein Freigeist, der eigentlich nie Verantwortung tragen wollte. Er redet gerne und Elise hört ihm gerne dabei zu. Sie zeigt ihm ihre Tätowierungen, darunter auch ein Kreuz als christliches Symbol. Das würde für ihn nie in Frage kommen, obwohl er es an ihr bewundert. Bald teilt Elise seine Liebe zur Bluegrass-Musik und die gemeinsamen Auftritte begeistern das Publikum. Ihre intensive Zuneigung ist spürbar, wie einst bei Johnny Cash und June Carter. Ein Traumpaar, das man auf den ersten Blick ins Herz schließt. Als sich Nachwuchs ankündigt, reagiert Didier erschrocken, denn eigentlich wollte er nie über das Leben eines Menschen bestimmen, doch schnell erkennt er, dass sich nun was ändern muss. Er richtet auf der Farm in der flämischen Provinz alles so ein, wie es für eine kleine Familie sein soll und erweist sich als liebender Vater. Als Töchterchen Maybelle mit sechs Jahren an Leukämie erkrankt, wird alles anders. Waren die Unterschiede in Denken und Fühlen einst noch der Reiz der Beziehung zwischen Elise und Didier, werden sie nun zu Hindernissen.

Wenn der Lauf des Lebens Brüche bekommt ist, ist nichts mehr so wie vorher. Basierend auf dem populären flämischen Theaterstück von Hauptdarsteller Johan Heldenbergh erzählt Regisseur Felix van Groeningen („Die Beschissenheit der Dinge“) eine leidenschaftliche Liebesgeschichte, die an den Unwegsamkeiten des Lebens zerbricht. Besonderes Augenmerk legt er auf die sorgfältig gezeichneten Charaktere und deren unterschiedliche Haltung zum Leben. Der Glaube an Gott und Wiedergeburt, der bei Elise vorhanden ist, wird durch Didiers atheistische Einstellung konterkariert und erreicht auch eine politische Dimension, wenn Didier in einem zornigen Monolog anprangert, dass Kirche immer noch Fortschritt verhindert und vor allem auf dem Gebiet von Stammzellen-Therapie und Aids-Vorsorge dadurch Menschleben auf dem Gewissen hat. Dem steht Elises Glauben an ein Leben nach dem Tod gegenüber.

Das ist jederzeit packend umgesetzt und von den Hauptdarstellern Johan Heldenbergh und Veerle Baetens großartig gespielt. Die Bluegrass-Musik nimmt großen Raum ein und die eingestreuten Auftritte der Band spiegeln nicht nur die emotionale Befindlichkeit der Protagonisten wider, sondern haben auch eine wichtige dramaturgische Funktion. „The Broken Circle“ ist nämlich nicht chronologisch erzählt, sondern vermischt die Zeitebenen, was die Wirkung an gelebtem Leben teilzuhaben nur noch verstärkt. Die Vergangenheit spiegelt sich in der Gegenwart und Zukunft. Nach seinem großen Erfolg in Belgien, eroberte der Film auch die Herzen der Zuschauer auf der diesjährigen Berlinale und wurde mit dem Panorama Publikumspreis ausgezeichnet.