The Holdovers

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The Holdovers - 2023
Vorführungen
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  • Do29.02.
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Informationen

Seit SIDEWAYS erwartet man immer mit großer Spannung den neuen Film von Alexander Payne. Doch diese Freude macht er uns nicht besonders oft. Meist liegen fünf Jahre oder mehr zwischen seinen Filmen. Doch im Neuen Jahr ist es mal wieder soweit. Seine Geschichte spielt 1970 am Elite-Internat Barton Academy im amerikanischen Nordosten. Die Weihnachtsferien stehen vor der Tür und Urlaubsstimmung macht sich breit. Doch ein Lehrer hat die ganzen Ferien über Dienst und muss die Schüler betreuen, die nicht nach Hause können: Die Holdovers.

Diesmal fällt diese unbeliebte Aufgabe dem etwas bärbeißigen und nicht sonderlich beliebten Paul Hunham (Paul Giamatti) zu. Er ist Professor für ältere Geschichte und versucht für die wenigen Holdovers eine Ferienfreizeit zu finden, was ihm auch gelingt, nur Angus (Dominic Sessa) kann nicht mit und so muss das Lehrer-Schüler-Duo die Feiertage gemeinsam in der Schule verbringen. Dabei sind die beiden ganz unterschiedliche Charaktere, die nur schwer zueinander finden. Angus ist ein wenig versnobt und trägt gerne seine Arroganz vor sich her, worauf Paul meist zynisch reagiert und sich über seinen Schüler lustig macht. Zum Glück ist da noch die Haushälterin Mary Lamb (Da’Vine Joy Randolph), die die beiden bekocht und mit ihrer mütterlichen Art und ihrem entwaffnenden Charme die Situation so angenehm wie möglich zu gestalten versucht. Immerhin gelingt es ihr, ein wenig weihnachtliche Stimmung zu verbreiten und da sie für jeden ein offenes Ohr hat, liegt es nahe, dass sie zwischen den beiden notorischen Zankäpfeln vermittelt.
So erfährt sie, dass Angus gerne aus persönlichen Gründen ein paar Tage im fernen Boston verbringen will und versucht, dies Paul als eine schulische Exkursion zu verkaufen. Der sträubt sich zwar eine ganze Weile, sieht aber am Ende ein, dass die drei mal raus müssen, bevor ihnen das Dach auf den Kopf fällt. Und so brechen sie auf zu einer Reise, bei der sie Dinge erleben, die sie fest zusammenschweißen werden.

Als Alexander Payne die Pilotfolge einer neuen Serie angeboten wurde, war er zwar nicht an diesem Job, aber an dem Drehbuch interessiert. Es erinnerte ihn an MERLUSSE (1935), einen alten französischen Film des Meisterregisseurs Marcel Pagnol. Er hatte ihn sein ganzes Leben lang nicht vergessen, und so rief er den Drehbuchautor an, ob er sich vorstellen könnte, ihm den Stoff für einen Kinofilm umzuschreiben. So schrieb David Hemingson sein erstes Drehbuch für einen Kinofilm und Payne drehte seinen ersten Film, für den er das Drehbuch nicht selbst geschrieben hat.

Herausgekommen ist eine stimmige Weihnachtsgeschichte, die die drei Protagonisten mit auf eine Reise nimmt, die sich immer wieder um das Thema Familie dreht. Am Ende werden der eine, der seine Familie verloren hat, und der andere, der von ihr kalt abgewiesen wurde, mit der, die nie eine gegründet hat, zu einer Ersatzfamilie zusammenschweißt, die länger halten mag als nur diese Weihnachtsferien.
Payne mischt allerlei Zeitkolorit in seinen Film, lässt große Themen wie den Vietnamkrieg, Rassenkonflikte, Armut und Einsamkeit ganz nebenher in die Geschichte einfließen. Mit einem melancholischen Ende verleiht er seiner Hoffnung Ausdruck, dass man aus der Geschichte lernen kann.

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