VorschauSTART | 12.03.2026

Un Poeta

Jury Preis, Un Certain Regard, Cannes 2025

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Un Poeta - 2025
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In Cannes gewann diese deutsch-kolumbianische Koproduktion den Jurypreis in der Un Certain Regard. Nach AMPARO (Critics Week, Cannes   2021) ist dies der zweite Spielfilm des kolumbianischen Regisseurs und Drehbuchautors Simón Mesa Soto. Er erzählt von Oscar, einem Mann in den Fünfzigern, dessen Obsession die Poesie ist. Als Dichter erfolglos, hat er sich dem Nachwuchs gewidmet.

Inzwischen sichtbar gealtert und sprunghaft, lebt Oscar wieder bei seiner Mutter und ist dem Klischee des Dichters im Verborgenen erlegen. Er arbeitet an einer Schule und engagiert sich in einem Arbeitskreis für Poesie. Hier will er Schüler mit Talent fördern, und hier begegnet er Yurlady, einem Teenager aus einfachen Verhältnissen, deren Talent er ans Licht bringen will. Tatsächlich gewinnt sie einen Wettbewerb, trinkt aber auf der Sieger-Party soviel Alkohol, dass ihr schlecht wird. Oscar ist der einzige, der sich um sie kümmert und sie im wahrsten Sinne des Wortes nach Hause schleift. Das bringt ihm eine Anzeige ein. Obwohl Oscar immer nur das Beste für seinen Schützling im Sinn hat, kehren sich die Dinge um. Arbeitskreis und Schule fürchten um ihren Ruf, während die Familie des Mädchens Oscar mit Verdächtigungen überzieht, um ein ordentliches Schmerzensgeld erpressen zu können. 

Sehr langsam inszeniert und mit einem Antihelden in der Hauptrolle, der wenig sympathisch daherkommt, spiegelt der Film die gesellschaftlichen Verhältnisse in Kolumbien in einer Welt zwischen Fake News und Korruption. 

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