VorschauSTART | 23.02.2023

Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war?

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Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war - 2022
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Auf dem Gelände der größten psychiatrischen Klinik Schleswig-Holsteins aufzuwachsen ist irgendwie – anders. Für Joachim, den jüngsten Sohn von Direktor Meyerhoff, gehören die Patient*innen quasi zur Familie. Sie sind auch viel netter zu ihm als seine beiden älteren Brüder, die ihn in rasende Wutanfälle treiben. Sonja Heiss hat ihren auf dem autobiografischen Roman von Joachim Meyerhoff basierenden Film irrsinnig komisch und tief berührend inszeniert und erzählt davon, wie schwer es ist, eine Familie zu sein.

Ein Familientag am Strand, der fast harmonisch verläuft: Joachim (Camille Loup Moltzen), sieben Jahre alt, tollt mit seinem Hund herum. Auf der Heimfahrt im Auto ziehen ihn seine älteren Brüder Philipp und Patrick immer wieder auf. Die Witze der Brüder sind so gut, dass selbst die Eltern (Devid Striesow, Laura Tonke) es schwer haben, nicht darüber zu lachen. Joachim bekommt daraufhin einen seiner berüchtigten Wutanfälle. Zu Hause angekommen, hilft nur noch der Rütteltrick: Die Eltern setzen das tobende Kind auf die Waschmaschine, schalten den Schleudergang ein und lassen ihn kräftig durchschütteln.

Die Familie lebt auf dem weitläufigen Gelände der Klinik auf dem Hesterberg, der größten Kinder- und Jugendpsychiatrie Schleswig-Holsteins, die der Vater, Direktor Meyerhoff, leitet. Die Klinik ist Joachims Spielplatz, die Patient*innen sind seine Freunde und seine Zuflucht, wenn ihn die Brüder mit ihren Hänseleien zur Weißglut treiben. 

 

Zwangsläufig verliebt er sich als Teenager in eine Patientin. Marlene hat bereits einen Selbstmordversuch hinter sich. Vorsichtshalber versteckt er alle Tabletten und Rasierklingen im Haus, bevor sich ihre Liebe sanft entfaltet. Doch das gemeinsame Glück ist von kurzer Dauer und endet abrupt, als die Eltern das junge Mädchen eines Tages wieder abholen. Joachim verfällt in tiefen Liebeskummer. Als dann noch sein inzwischen alt gewordener Hund stirbt, spürt er, dass es Zeit wird, erwachsen zu werden. Er bricht auf zu einem Schüler-Austauschjahr nach Amerika, wo er neue Freunde findet und eine gute Zeit hat, bis ihn der Anruf seines Vaters erreicht: Sein Bruder Philipp ist bei einem Autounfall ums Leben gekommen.

Joachim kehrt nach Hause zurück zu seinen erschütterten Eltern. Zusammen mit den Patienten denken sie über den Tod auf ihre ganz eigene Art und Weise nach. Wenn man ihren Gesprächen lauscht, verliert er seinen Schrecken. Jetzt ist es Joachim, der abends die Lichter löscht. Die Eltern liegen umschlungen im Bett. Er geht ins Zimmer seines Bruders, die zahllosen, riesigen Aquarien sind leer und verkalkt und beginnen sich nun wieder zu füllen. Mit einer wundervoll fantastischen Unterwasserwelt, schöner als je zuvor. Da schwimmen auf einmal Haie und pink leuchtende Axolotl, phosphoreszierende Quallen und halbe Kugelfische. Es wird endlich wieder so, wie es nie war.

Mit einem Geschenk fing alles an: Sonja Heiss bekam Joachim Meyerhoffs Buch geschenkt. „Beim Lesen habe ich mehrfach laut gelacht. Ein deutsches Buch, das so lustig ist, gibt es selten. Und genau die Art Humor, die meinem sehr ähnlich ist. Das war der Moment, in dem ich dachte, das sollte man verfilmen.“ Den Autor zu überzeugen, die Verfilmungsrechte abzutreten, war allerdings nicht so einfach. erzählt TONI  ERDMANN-Produzentin Janine Jackowski: “Wir sind mehr als glücklich, dass es geklappt hat“!

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