VorschauSTART | 12.11.2026

Wild Horse Nine

Darsteller-Preis, Venedig 2026

Infos Vorführungen

Wild Horse Nine - 2026
Informationen

Martin McDonagh hat sich gleich zu Beginn des Festivals in Venedig nicht nur für einen der begehrten Löwen empfohlen, sondern auch das Rennen um die nächstjährigen Oscars eingeläutet. Mit einem sensationellen Drehbuch, abgedrehten Bildeinfällen und zwei Schauspielern in Höchstform, sorgt er nicht nur für beste Unterhaltung, sondern stellt auch Fragen in dieser rabenschwarzen Komödie, deren Antwort wir wahrscheinlich lieber gar nicht wissen wollen.

„Ich habe das Gefühl, dass es heutzutage vielleicht etwas zu viel künstlerische Neutralität gibt, zu viel Nichtssagen, keine Meinung haben oder apathisch sein”, erklärte McDonagh auf der Pressekonferenz und fügte hinzu: „Das ist wahrscheinlich mein politischster Film. Deshalb finde ich es auch so aufregend, dieses Monstrum in die Welt hinauszulassen“.

Wir schreiben das Jahr 1973, befinden uns in Chile und der Militärputsch gegen Allende steht bevor. John Malkovich spielt hier einen CIA-Agenten, der diesen Putsch mit geplant hat. Er ist an Krebs erkrankt und sein Kumpel Lee erfüllt ihm seinen letzten Wunsch, die Osterinseln zu besuchen, um die legendären Stoneheads zu sehen. Er verspricht ihm auch, ihn dort zu erschießen, weil er nicht im Krankenhaus sterben will.
Doch die Reise wird zu einem ziemlichen Desaster, denn Chris faselt ständig davon, seine Memoiren schreiben zu wollen. Als er am Flughafen zwei junge Linksaktivistinnen überreden will, nicht nach Chile zurückzukehren und geheimdienstliche Geheimnisse ausplaudert, steht seinem Kollegen die Panik ins Gesicht geschrieben. Zum Glück glauben die beiden Mädchen ihm nicht, doch Lees morgendlicher Bericht ruft seinen Vorgesetzten auf den Plan. Der will die Sache nun selbst in die Hand nehmen.
Auch weil er festgestellt hat, dass Chris immer noch mit dem Gewehr herumläuft, mit dem er Kennedy erschossen hat. Dieser letzte Beweis, dass der Mord an Kennedy ein Komplott gewesen ist, muss unbedingt vernichtet und Lees Autobiografie verhindert werden.
Chris ist von alledem wenig beeindruckt und flirtet lieber mit den beiden jungen Frauen vom Flughafen. Er lässt sich sogar das Versprechen abnehmen, nicht mehr zu lügen und plaudert weiter Geheimnisse aus. Er warnt die beiden Mädchen noch einmal, nicht nach Chile zurückzukehren und erklärt ihnen wie dumm Protestkundgebungen und Demonstrationen sind, denn man gibt sich so seinem Gegnern zu erkennen und hat den Kampf quasi schon verloren. “Wenn du wirklich was verändern willst, dann musst du jemanden erschießen.“ So lautet jedenfalls die Lebensweisheit eines Geheimagenten, der bei den größten Komplotts in der zweiten Hälfte des 21. Jahrhunderts dabei war.

John Malkovich zeigt hier noch einmal sein ganzes Können, wurde in Venedig mit dem Preis für den Besten Schauspieler ausgezeichnet und eröffnete die Diskussion, ob er mit diesem Film auch eine Oscar-Nominierung einheimsen könnte. Es wäre die dritte und vielleicht klappt es ja sogar.

Galerie