Zwei Staatsanwälte
Frankreich, Deutschland, Niederlande, Lettland, Rumänien, Litauen | 2025 | FSK TBA

Düsseldorfer Premiere
mit Regisseur Sergei Loznitsa
Seit 2001 lebt der Ukrainer Sergei Loznitsa mit seiner Familie in Deutschland. Sein neuer Film führt den zuletzt vor allem im Dokumentarbereich tätigen Filmemacher zurück in die Fiktion. Er adaptiert hier den gleichnamigen Roman des 1987 verstorbenen und zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht gebliebenen Schriftstellers Georgy Demidov, der von einem Staatsanwalt handelt, der während des Großen Terrors unter Stalin im Jahr 1937 das System in Frage stellt.
Loznitsa inszeniert hier das bürokratische System des Stalinismus als ein von Verdächtigungen und unterschwelligen Bedrohungen durchzogenes klaustrophobisches Labyrinth. Die Briefe der Häftlinge, die den stalinistischen Säuberungen der 1930er-Jahre zum Opfer gefallen sind, werden routinemäßig verbrannt, um die Verurteilten von der Außenwelt zu isolieren. Wider Erwarten erreicht einer dieser Briefen dennoch sein Ziel: den Schreibtisch des neu ernannten Staatsanwalts Alexander Kornew. Kornew will den Gefangenen, ein Opfer korrupter Agenten des Geheimdienstes, treffen. Der integre und überzeugte Bolschewik hegt den Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zugeht. Sein Streben nach Gerechtigkeit führt ihn bis ins Büro des Generalstaatsanwalts nach Moskau.
Basierend auf dem Roman des kürzlich auch in Deutschland wiederentdeckten Schriftstellers Georgi Demidow tritt hier ein von Innen ausgehöhlter Machtapparat zutage, in dem die Geheimdienste regieren.


