Am 29.01.2026 war Filmemacher Wilfried Hauke zu Gast im Metropol, um seinen neuen Dokumentarfilm ASTRID LINDGREN: DIE MENSCHEIT HAT DEN VERSTAND VERLOREN vorzustellen. Im Gespräch nach dem Film gab er erst einmal zu, dass ihn das Thema ursprünglich nicht besonders interessierte, obwohl er schon seit vielen Jahren „Biopics“ fürs Fernsehen dreht, aus persönlichen Gründen sogar immer wieder mit skandinavischem Schwerpunkt.
Als das Thema vor zehn Jahren, anlässlich der Veröffentlichung der Kriegstagebücher, zum ersten Mal an ihn heran getragen wurde, widerstrebte es ihm, „noch einen“ Filmen über Astrid Lindgren zu machen. Erst als er die Tagebücher im Corona-Lockdown zur Hand nahm und zum ersten Mal wirklich las, wurde ihm bewusst, wie aussagekräftig, aktuell und relevant sie sind.
Sofort nahm er Kontakt zu Lindgrens Familie auf, die nach wie vor ihren Nachlass verwaltet und dem Projekt zunächst ebenso skeptisch gegenüber stand – v.a. da ihr der Kinofilm ASTRID überhaupt nicht gefallen hatte. Im Laufe zahlreicher Gespräche mit Tochter Karin und anderen Familienangehörigen (die z.T. Teil des Films sind) entstand nach und nach die Idee eines vielschichtigen Porträts mit strengen Auflagen (wie z.B., dass in den nachgespielten Szenen nur der Originaltext der Tagebücher verwendet werden darf), aus denen sich letztlich etwas auch formal relativ Einzigartiges entwickelte.
Für Hauke steht dabei jedoch nach wie vor die universelle Aussage der Tagebücher im Zentrum, auch wenn beim Dreh noch gar nicht abzusehen war, wie aktuell der Film letztendlich werden würde: „Das war noch vor dem Ukrainekrieg und vor Trump – und jetzt: Wenn sie sich fragt, wie es passieren konnte, dass offensichtliche Psychopathen die Welt regieren, wirkt es fast, als hätte sie die Tagebücher für uns geschrieben.“













