Am 5.11.2026 war Regisseur Reiner Holzemer zu Gast im Bambi, um seinen neuen Dokumentarfilm LEICA – EIN JAHRHUNDERT IN BILDERN vorzustellen. Nach dem Film erzählte er, dass der Film seine Idee gewesen war und dass er weder eine Auftragsarbeit war, noch ein Werbefilm sein soll, sondern eine Liebeserklärung an die Fotografie.
Nachdem er als Dokumentarfilmer seit den Achtzigern viele Fotografen-Porträts gemacht hatte und 2002 dafür sogar in die Deutsche Gesellschaft für Photographie aufgenommen worden war, hatte er sich in den vergangen zehn Jahren ein bisschen vom Thema entfernt und vor allem Modeschöpfer porträtiert. Erst seine Freundschaft mit einem ehemaligen Vorsitzenden von Leica brachte ihn auf den Gedanken, dass man zum 100. Firmenjubiläum mal die Geschichte dieser Marke erzählen könnte, zu der viele der Fotografen, die er kennengelernt hatte, eine besondere Verbindung pflegten.
Er ließ sich von Leica eine Liste namhafter aktueller Fotografen aus aller Welt geben, die auf die Marke schwören, und wählte die aus, die er von ihren Arbeiten her am interessantesten fand. Tatsächlich kannte er keinen der Protagonisten vorher, doch bei dem Thema ließen sich alle bereitwillig darauf ein, am Film mitzuwirken. Im Gespräch mit ihnen wollte er der Frage auf den Grund gehen, was an dieser Marke so besonders sei.
Gleichzeitig wollte er die Geschichte der Street Photography und des Fotojournalismus erzählen: Wie die Fotografie durch die erste handliche Kleinbildkamera aus dem Studio heraus gekommen war, und anhand der Arbeiten der Protagonisten die verschiedensten Arbeitsweisen illustrieren, die überhaupt erst dadurch möglich geworden waren.
Dass ihm von den beteiligten Fotografen im Nachhinein nun immer wieder rückgemeldet wird, dass sie sich nicht nur selbst verstanden fühlen, sondern dass ihm insgesamt einer der schönsten Filme über Fotografie gelungen sei, der auf den Punkt bringe, worum es in dieser Kunst geht, ist für ihn das schönste Feedback. Ebenso wie die Erfahrung, dass ihm immer wieder Leute sagen, der Film machen ihnen Lust, zu fotografieren.
Für den Film selber verwendete er größtenteils eine digitale ARRI („quasi die Leica unter den Filmkameras“), bis auf den Teil mit Greg Williams und den Stars in Venedig: „Dafür bekam ich von Leica eine kleinere, unauffälligere Kamera gestellt, denn Greg meinte: Wenn die Stars eine ARRI sehen, sind sie nicht mehr unbefangen.“











