MATERIA PRIMA: Eine Welt Filmtage mit Gast im Metropol

Am 22.10.2026 war Dokumentarfilmer Jens Schanze zu Gast im Metropol und präsentierte im Rahmen der Eine Welt Filmtage 2026 seinen neuen Film MATERIA PRIMA über Lithium-Abbau in Bolivien. Im Film wie live im anschließenden Publikumsgespräch zog er Parallelen zum Goldrausch im 17. Jahrhundert, in dem die Europäer auch schon in die „Neue Welt“ kamen, um Bodenschätze zu ergattern – mit dem Unterschied, so Schanze, dass die indigene Bevölkerung sich das heute nicht mehr so einfach gefallen lässt:

„Die haben die Geschichte nicht vergessen und sind sehr dahinter her, sich nicht ein zweites Mal ausbeuten zu lassen.“ Gleichzeitig betonte er, dass es aber auch vor Ort sehr verschiedene Meinungen zu dieser neuen Industrialisierung gibt, die er ebenso abbilden wollte: „Für viele, die sonst aus der Not heraus Schmuggel an den Grenzen betreiben oder unter Einsatz ihres Lebens mit veralteter Technik die letzten Reste aus den alten Erzminen holen, bedeutet die Zusammenarbeit mit dem Westen auch die Aussicht auf sichere Arbeitsplätze.“

Er betonte jedoch, dass wir dabei nicht vergessen sollten, warum wir das Lithium überhaupt dort abbauen: „Lithium gibt es auch in Europa, aber hier ist der Abbau aufgrund der ökologischen und Sicherheitsauflagen sehr viel aufwendiger und teurer. Deshalb beziehen wir es lieber günstig aus dem globalen Süden, zumal wir große Mengen davon brauchen, für unsere Elektroautos und Smartphones. Die schmutzige Industrie, die dafür nötig ist, haben wir nicht so gerne vor der eigenen Haustür.“