Am 25.04.2026 waren Regisseur Markus Schleinzer und Darstellerin Caro Braun zu Gast im Cinema, um ihren Film ROSE vorzustellen. Nach dem Film erzählte Schleinzer dem begeisterten Publikum, dass für ihn alles damit angefangen hatte, dass ihn an seinem Geburtstag eine Freundin darauf aufmerksam machte, dass am selben Tag vor 250 Jahren die letzte Frau in Deutschland für „Sodomie“ hingerichtet wurde.
In der Recherche fand Schleinzer heraus, dass diese Frau sich gar nicht aus einer sexuellen Motivation heraus als Mann ausgegeben hatte, sondern, um freier zu sein – wie viele andere vor und nach ihr. Dieses Thema, in dem für ihn Fragen zu Gleichberechtigung und Queerness zusammen kommen, ließ ihn nicht mehr los und so basiert seine Figur Rose auf zahlreichen wahren Schicksalen.
Sandra Hüller hatte er dabei von Anfang an für die Rolle im Kopf: „Ich weiß gar nicht, wie man so was schreibt, ohne sich dabei jemand bestimmten vorzustellen.“ Hüller ist für ihn in ihrer unangepassten Art geradezu ein Aushängeschild für weibliche Selbstbehauptung in einer „nach wie vor patriarchalen Welt.“ Gleichzeitig sieht er sie aufgrund ihres großen Erfolges als wertvolle Kulturvermittlerin, der es gelingt, große Zielgruppen für schwierige Themen zu interessieren. Dafür ist er ihr sehr dankbar.
Caro Braun, die im Film die Suzanna spielt (in ihrer ersten Rolle in einem Langfilm überhaupt), hat ihre Rolle geliebt: So unfrei und angepasst sie zunächst eingeführt wird, „quasi als Besitz mit den anderen auf dem Wagen, legt sie im weiteren Verlauf ja eigentlich sogar die größere Entwicklung hin und ist in ihrer Entscheidung letztlich freier als Rose, die der Rolle des Mannes entsprechen muss – wie alle anderen Männer ja auch.“
Interessant fand sie, die vom Theater kommt, zunächst vor allem, dass eine Frau, die einen Mann spielt, im Film ganz anders funktioniert: „Im Theater spielen Frauen ständig Männer, z.B. Hamlet – da ist es ganz normal und gehört zum Spiel. Im Film ist das von Vornherein ein Thema.“
Abschließend bedankte sich Schleinzer beim Publikum dafür, ins Kino gekommen zu sein, und wies darauf hin, dass wir aufpassen müssen, dass wir diese „sozialen Orte“ des gemeinsamen Erlebens nicht aufgeben: „Wenn wir das alles alleine machen, zu Hause am Computer, sind wir viel leichter steuerbar.“
















