Am 20.04.2026 waren die Filmemacher Tim Hund und Tobias Steinigeweg im Bambi zu Gast, um ihren Film SEGELJUNGS vorzustellen. Der Besucheransturm war so groß, dass wir den Film in beiden Sälen zeigen und das anschließende Filmgespräch zweimal machen mussten. Darin erklärte Tobias zunächst einmal, dass er erst nach der Reise überhaupt zum Filmprojekt dazu kam, bzw. dass Tim eines Tages mit dem ganzen Material bei ihm „auf der Matte“ stand mit der Idee, daraus einen Kinofilm zu schneiden.
Gefilmt hatten Tim und co. ihre Reise zunächst vor allem, um sie per Direktauswertung über YouTube überhaupt zu finanzieren: „Am Anfang hatten wir nicht nur keine Ahnung, sondern auch kein Geld,“ so Hund. Das Startkapital, geliehen von seinem Bruder, reichte gerade einmal für die Anschaffung des (ersten) Bootes: „Der Rest ergab sich unterwegs – genau wie das technische Knowhow. Wenn man uns zuhört, wie wir im Film z.B. darüber reden, dass der Motor so komisch blubbert, merkt man ja, dass wir zumindest am Anfang viel geraten haben.“
Dabei stellte sich gerade ihr YouTube-Kanal als eine große Hilfe heraus, die weit über eine Einnahmequelle hinausging: „Wir hatten da irgendwann unser eigenes Forum und da waren einige Leute dabei, die mehr Ahnung hatten als wir und denen wir irgendwie leid taten. Die haben uns dann z.B. auch das zweite Boot organisiert.“
Insgesamt stellt Tim fest, dass die Reise ihn nachhaltig verändert hat: Er ist nicht nur an den Herausforderungen gewachsen, sondern hat auch eine grundsätzliche Gelassenheit mit nach Hause gebracht: „Oft denke ich, wenn es irgendein Problem gibt: Guck mal, da drüben ist ein Supermarkt, da kann ich jederzeit was zu Essen kaufen. So schlimm ist es also gar nicht.“ Wieder zurückgekehrt zu sein, bereut er indessen nicht, wenn auch die Liebe zum Ozean und zum Reisen geblieben ist: „Aber es müssen ja nicht gleich wieder fünf Jahre sein“.
Gleichzeitig kann er eine solche Reise, gerade ohne viel Vorbereitung, nur jedem empfehlen: „Nicht zulange drüber nachdenken, einfach machen. Der Rest findet sich.“ Und gerade auch in der Abgeschiedenheit und Einsamkeit, die man erlebt, wenn man 40 Tage am Stück über einen Ozean reist „und nicht ständig auf sein Handy guckt“, sieht er eine große Chance, zu sich selbst zu finden.

















