Am 23.7.2026 war Regisseur Faek Falak zu Gast im Metropol, um seinen ersten Kino-Dokumentarfilm TO MY SISTERS vorzustellen und brachte auch die beiden Vorsitzenden der Kurdischen Gemeinde München Kamiran Issa und Mihraban Salih mit, die den Film von Anfang an tatkräftig unterstützt hatten.
Nach dem Film überraschte uns zunächst die Landtagsabgeordnete Berîvan Aymaz, die im Publikum saß, mit einem spontanen Wortbeitrag, in dem sie den Film lobte als „wichtiges Denkmal für die Frauen, die in Syrien auch für uns gegen den Terror kämpfen und die wir dabei bislang leider in keinster Weise unterstützen“ und zugleich „wichtiges Mahnmal, das uns daran erinnert, dass das Problem IS längst nicht verschwunden ist, auch wenn es in unseren Medien im Moment kaum vorkommt“.
Falak bestätigte, dass es ihm in der Tat ein zentrales Anliegen war, den täglichen Kampf der YPJ zu dokumentieren: „Und zwar schnell: Mir war klar, dass sich die Situation dort jederzeit ändern kann.“ Deshalb besorgte er sich schnell ein Visum und reiste nach Syrien, drehte den kompletten Film in „drei bis vier Monaten,“ bevor in der Tat „zwei Tage später der Stützpunkt der YPJ, den wir hier zeigen, von IS-Milizen eingenommen wurde.“
Parallel lernte er die inzwischen in Deutschland lebende Sepan kennen, deren Geschichte als minderjährige Sklavin des IS im Film die Motivation der Frauen verdeutlicht: „Ich hatte zunächst große Skrupel: Nach insgesamt sieben Jahren Verschleppung ist Sepan natürlich nach wie vor schwer traumatisiert. Ich habe sie immer wieder gefragt, ob es für sie okay ist, ihre Geschichte vor der Kamera zu erzählen, oder ob ihr das nicht noch zusätzlichen psychischen Schaden zufügt. Sie meinte, das sei ihr egal: Die Welt müsse ihre Geschichte hören, damit solche Sachen nicht weiter passieren.“ Tatsächlich brachte Falak schließlich nur ein Fünftel ihres Gesprächs in den Film ein – der Rest war in seinen Augen „einfach zu brutal.“
In Syrien war Falak vor allem vom Dreh im Gefangenenlager Al Hol schockiert: „Kleine Kinder, bereits vollständig ideologisch manipuliert, die uns mit Gesten drohen, uns bei nächster Gelegenheit umzubringen – das ist schon krass. Tatsächlich mussten sie uns nach zwei Stunden mit Militärfahrzeugen da raus holen, sonst hätten die uns angegriffen.“ Er wies darauf hin, dass die „sogenannte syrische Übergangsregierung“ das Camp inzwischen mithilfe des IS aufgelöst habe und alle Insassen – ca. 15.000 bis 20.000 vor allem Angehörige von IS-Kämpfern – nun auf freiem Fuß sind.
















