Am 06.09.2026 waren Regisseurin Jana Stallein und Protagonistin Anne-Kathrin Klotzsch zu Gast im Metropol, um ihren Film WHERE THE WAVES TOOK HER vorzustellen. Nach dem Film erzählte Stallein, dass sie schon vorher als Freiwillige Helferin auf einem Seenotrettungs-Schiff gearbeitet hatte und dabei auf die Idee zum Film kam:
Bei einem der Einsätze, die sie begleitete, war eine hochschwangere Frau unter den Geretteten, die ihr Baby schon seit Tagen nicht mehr spürte und sich große Vorwürfe machte, das Leben ihres Kindes geopfert zu haben. Glücklicherweise ging es dem Baby gut, aber die Begegnung hinterließ einen bleibenden Eindruck bei der Filmemacherin: Was bedeutet es für Frauen, insbesondere für schwangere, sich auf diesen ohnehin lebensbedrohlichen Weg zu machen?
Als sie erfuhr, dass genau aus diesem Grund neuerdings zum Teil auch Hebammen zur Crew eines Seenotrettungs-Schiffs gehörten, war für sie klar, dass sie eine solche mit der Kamera begleiten wollte. So lernte sie Anne-Kathrin Klotzsch kennen, Hebamme aus Berlin, die sich gerade freiwillig gemeldet hatte.
Klotzsch war von der Idee, bei ihrem ersten Einsatz auf hoher See gefilmt zu werden, zunächst überhaupt nicht begeistert. Doch, nachdem die beiden sich kennengelernt hatten und der Film in beider Vorstellung Formen annahm, sagte sie zu.
Beiden ist es wichtig, dass der Film eben nicht nur von Schwangeren und Hebammen im Kontext der Seenotrettung handelt, sondern darüber hinaus noch einmal deutlich macht, was die Flüchtenden überhaupt auf sich nehmen, wenn sie in ein Boot nach Europa steigen. Dass es eben nicht der wohl überlegte Wunsch nach einem besseren Leben ist, sondern der existenzielle Versuch, einer unmenschlichen Situation unter Einsatz ihres Lebens zu entrinnen und eher auf dem Meer zu sterben, als zu bleiben.
Sie wiesen darauf hin, dass das, was der Film zeigt, nach wie vor jeden Tag Realität ist auf dem Mittelmeer, auch wenn unsere Medien kaum noch darüber berichten, und dass die Zahl der Flüchtenden keineswegs abgenommen habe, auch wenn immer weniger bei uns ankommen: „Die anderen schaffen es eben einfach nicht.“
Dabei betonten sie auch live noch einmal den Unterschied zwischen Seenotrettung und Asyldebatte: „Ganz unabhängig von der Frage, wer wen wo aufnimmt, hat jeder Mensch zunächst einmal ein Recht darauf, dass sein Leben gerettet wird. Auf hoher See ist das ohnehin Pflicht.“







