William James “Bill” Murray wurde am 21. September 1950 als viertes von neun Kindern irischer Einwanderer in einem Vorort von Chicago geboren. Mitte der Siebziger brach er sein Medizinstudium ab, schloss sich einer Improvisations-Comedytruppe an und wurde von John Belushi für dessen Radiosendung “The National Lampoon Radio Hour” entdeckt, aus der kurz darauf die legendäre TV-Comedyshow “Saturday Night Live” hervorging. Hier lernte er u.a. Dan Aykroyd und Harold Ramis kennen, mit denen er 1984 als GHOSTBUSTERS auch seinen großen Durchbruch im Kino hatte. Nach einer ebenso erfolgreichen Fortsetzung (1989) war es vor allem die Hauptrolle in der ersten großen Regiearbeit seines Kollegen Ramis, die sein Bild bis heute prägte: die des zynischen Wetteransagers, der in UND TÄGLICH GRÜSST DAS MURMELTIER (1993) denselben Tag immer und immer wieder erleben muss, bis er sich bessert.
Fürs Arthouse entdeckten ihn Ende der Neunziger Wes Anderson und Owen Wilson, die kaum glauben konnten, dass sie ihn für eine Nebenrolle in ihrem ersten großen Film RUSHMORE (1998) bekamen. Fortan besetzte Wes Anderson, der sich damit als neues Regie-Wunderkind etablierte, ihn in jedem seiner Filme in wenigstens einer kleinen Rolle und machte damit auch andere ambitionierte Regisseure auf Murrays gereiftes tragikomisches Talent aufmerksam. Wie die junge Sofia Coppola, die ihm die Hauptrolle in ihrem Regie-Durchbruch LOST IN TRANSLATION (2003) auf den Leib schrieb, in dem er sich als in die Jahre gekommener Hollywoodstar gewissermaßen selber spielt und sich so endgültig den Weg ebnete für ein ernstzunehmendes Alterswerk.
Parallel drehte auch Jim Jarmusch einen ersten Kurzfilm mit ihm, für seine Compilation COFFEE & CIGARETTES (2003) (in dem er sich tatsächlich selber spielt, als “Bill Groundhog Day Ghostbustin’ Ass Murray – Who You Gonna Call?”), im Jahr darauf folgte die erste Hauptrolle bei Anderson, eine kauzige Hommage an den Ozean-Forscher Jacques Cousteau in DIE TIEFSEETAUCHER (2004), und im Jahr darauf die erste bei Jarmusch, als alternder Frauenheld, der alle seine Exfreundinnen noch einmal besuchen muss, in BROKEN FLOWERS (2005). Seine bislang letzte große Hauptrolle spielte er in ST. VINCENT (2014), einem hierzulande etwas untergegangenen Insidertipp, als griesgrämig eigenbrötlerischer Rentner, der sich erst durch die Bekanntschaft zu einem kleinen Jungen den Menschen wieder öffnet.
Zu seinem 75. Geburtstag zeigen wir noch einmal die wichtigsten Stationen seiner Karriere im Kino und begleitend im Foyer des Atelier eine Ausstellung der Düsseldorfer Künstlerin Susanne Ristow, die sich für ihre Werkreihe „Pink Panther“ immer wieder von ihm hat inspirieren lassen. Warum, erzählt sie uns selbst im Perspektiven-Talk zur Eröffnung am 28.9. um 14.00 Uhr. Seid dabei! // Daniel Bäldle
An Silvester zeigen wir übrigens auch GHOSTBUSTERS I+II im Doublefeature in unserer Reihe Der Phantastische Film im Metropol!





