Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) präsentiert

Kino & Gespräch:Utama und die brennenden Wälder Boliviens - zwei Filme, eine Botschaft

Vorführungen

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Im Rahmen einer bundesweiten Initiative der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) laden wir Sie herzlich zu einem besonderen Filmabend mit anschließender Diskussion ein. Gezeigt werden zwei eindrucksvolle Werke aus und über Bolivien, die von Klimawandel, kulturellem Überleben und indigenem Widerstand erzählen – aus der Perspektive der Betroffenen selbst.

Den Auftakt macht die Dokumentation Wenn der Wald brennt – Stimmen, die aus der Asche schreien, eine bewegende Produktion unserer Partnerorganisation Revista Nomadas. Menschen in der Chiquitanía berichten selbst von der massiven Bedrohung ihrer Lebensgrundlagen durch Waldbrände, illegale Abholzung und Landraub. Die Kamera hält fest, was oft übersehen wird: Es geht nicht nur um Bäume, sondern um Heimat, Heilpflanzen, Wasserquellen – also das Überleben der kulturellen Identität der Menschen. Gleichzeitig dokumentiert der Film den Mut und die Entschlossenheit, mit denen sich die betroffenen Gemeinschaften den Flammen und dem Vergessen widersetzen.

Im Anschluss folgt der vielfach ausgezeichnete Spielfilm Utama – Ein Leben in Würde. In Alejandro Loayzas Debüt trotzt ein älteres Quechua-Paar im bolivianischen Hochland der Dürre, der Einsamkeit – und dem Fortschritt. Utama ist ein leises, bildgewaltiges Drama über Liebe, Identität und Würde in Zeiten des Umbruchs. Zwischen Lamas, Wind und brennender Sonne entfaltet sich eine poetische Geschichte über Klimawandel, Migration und das, was bleibt, wenn das Wasser geht.

Nach den Vorführungen laden wir zum Gespräch mit Jan Königshausen, Referent für Indigene Völker bei der GfbV. Er lebte mehrere Jahre in Bolivien und wird gemeinsam mit dem Publikum zentrale Fragen nach Klimagerechtigkeit, kolonialen Kontinuitäten und der Rolle indigener Stimmen in globalen Krisen diskutieren.

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Göttingen. Sie setzt sich seit über 50 Jahren für die Rechte von Minderheiten und indigenen Gemeinschaften weltweit ein – unabhängig, engagiert und mit langjähriger Expertise. Ob in der Amazonasregion, im Irak oder auf dem Westbalkan: Die GfbV dokumentiert Menschenrechtsverletzungen, leistet politische Bildungsarbeit und bringt die Stimmen der Betroffenen in die Öffentlichkeit und vor Entscheidungsträger in Deutschland, Europa und bei den Vereinten Nationen.

Die aktuelle Filmreihe ist Teil einer bundesweiten Veranstaltungsreihe zu Klimagerechtigkeit und indigener Resilienz. Sie hinterfragt die westlich dominierte Klimapolitik zugunsten einer menschenrechtsbasierten, de-kolonialen und inklusiven Perspektive. Neben dem Screening in Düsseldorf finden auch Veranstaltungen in Karlsruhe (22. Mai), Köln (28. Mai) und Berlin (tbd.) statt. Kooperationspartner sind unter anderem die bolivianische NGO Fundación para la Conservación del Bosque Chiquitano (FCBC) sowie die Plattform Revista Nómada. Regionalgruppen der GfbV unterstützen die jeweiligen Vorführungen aktiv.

Begleitend zum Filmprogramm lädt die Stadtbücherei Düsseldorf (Bücherei Wersten) am 26. Mai zur Eröffnung einer Ausstellung über indigenen Widerstand ein. Jan Königshausen hält dazu einen Vortrag zum Thema ‚Klimawandel, Klimaschutz und indigene Rechte‘ und berichtet von seinen Erfahrungen in Bolivien und Kolumbien.

Abgelaufen