Double Feature: John Woo
Irgendwie erinnert John Woos Kindheit an manche seiner Filme. Er wurde 1946 in China geboren, doch bereits im Alter von 5 Jahren flohen seine Eltern mit ihm vor dem Kommunismus nach Hongkong, wo sie in den Slums Unterschlupf fanden. Der Vater erkrankte an Tuberkulose und fand keinen Job und Woo erinnert sich: „Wir wohnten in einer winzigen Bretterbude mit einem einzigen Raum für die fünfköpfige Familie. Es gab viele Verbrechen, Schlägereien und Kämpfe; es wimmelte von Kriminellen, Gangstern, Drogenhändlern, Drogensüchtigen, Prostituierten und Glücksspielern.“ Während der Weihnachtstage 1953 wurde die ganze Siedlung durch eine Brandkatastrophe verwüstet. Sie mussten auf der Straße übernachten, bevor sie eine Sozialwohnung von der britischen Kolonialregierung bekamen. Doch auch hier wurde der Teenager mit Kriminalität und Gewalt im Alltag konfrontiert. Bis zum 16. Lebensjahr besuchte er die Schule, die ihm von einer amerikanischen Familie über eine lokale Lutherische Kirche finanziert wurde.
Ursprünglich hatte Woo damit geliebäugelt, Priester zu werden, wurde aber vom Seminar abgelehnt. Ende der 1960er Jahre kam er zum Film, für den er sich unter anderem durch gemeinsame Kinobesuche mit seiner Mutter interessierte. DER ZAUBERER VON OZ, begeisterte ihn geradezu, wie auch die Western-Komödie ZWEI BANDITEN, 1969 heuerte Woo bei den Cathay Studios als Produktionsassistent an und lernte das Filmemachen von die Pieke auf.
Das prekäre Hongkong seiner Jugend findet man auch in vielen seiner Filme als Schauplatz. Zwei davon hat der Filmverleih Rapid Eye Movies digitalisiert, sie kommen in den nächsten Wochen in unsere Kinos:

