All My Sisters
Österreich, Frankreich, Deutschland, Iran | 2025 | FSK 12
International Documentary Film Festival Amsterdam

In der an auch international bekannten Filmemachern reichen Szene des Irans zählt Massoud Bakhshi eher zu den Randfiguren, war mit Filmen wie „Eine Nacht der Vergebung“ oder „Yalda – Nacht der Vergebung“ auf internationalen Filmfestivals zu Gast, stand aber stets im Schatten seiner berühmteren Regiekollegen. Mit ALL MY SISTERShat Bakhsi nun seinen formal interessantesten und ambitioniertesten Film gedreht, eine Langzeitbeobachtung, die 2007 ihren Anfang nahm.
Damals waren Bakhsis Nichten Mahya und Zahra kleine Kinder, die fortan mit und vor der Kamera aufwuchsen. Immer wieder richtete Bakhsi in den folgenden Jahren die Kamera auf die Mädchen, beobachtete sie beim Schaukeln auf dem Spielplatz, beim Spielen, beim Aufwachsen…
Ganz im Sinne der Proteste, die 2022 unter dem Motto „Frau, Leben, Freiheit“ begannen und sich nicht zuletzt für die Rechte der Frauen einsetzen, hat auch Bakhsi seinen Nichten die finale Entscheidung darüber überlassen, welche Bilder ihren Weg in den Film finden und welche nicht. Vielleicht auch deswegen wirkt ALL MY SISTERS mit seinen kaum 80 Minuten Länge sehr kurz, oft zwangsläufig episodisch. Dennoch bleibt ALL MY SISTERS ein sehenswerter Blick in den Alltag eines Landes, das im Westen oft durch eine von Klischees und Unwissen geprägte Brille betrachtet wird.


