Augenblicke: Gesichter einer Reise

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Augenblicke - 2017

Die in Belgien geborene Filmemacherin Agnès Varda wird oft als „grand-mère“ der französischen Nouvelle Vague bezeichnet. Wenn dem so ist, müsste die heute fast 90-Jährige wohl die Urgroßmutter des 1983 geborenen Fotografen und Streetart-Künstlers JR sein. Für das dokumentarische Road Movie „Augenblicke: Gesichter einer Reise“ bereisten Varda und JR das ländliche Frankreich, wo sie überlebensgroße Porträts vor Ort lebender Menschen an Gebäude anbringen. Es geht um Land und Leute, Fotografie und Kunst und nicht zuletzt um die persönliche Dynamik zwischen den Reisepartnern. Die poetische Reisedoku lief außer Konkurrenz beim Filmfestival in Cannes und erhielt eine Oscar-Nominierung als Bester Dokumentarfilm.

Mit Filmen wie „Cleo – Mittwoch zwischen 5 und 7“ prägte die 1928 geborene Agnès Varda das moderne Kino als innovative Filmemacherin mit. Der über ein halbes Jahrhundert jüngere Fotograf und Streetart-Künstler Juste Ridicule alias JR tat sich in den letzten Jahren hervor, als er beispielsweise Fotos von Menschen aus den Banlieues an abrissreife Häuser plakatierte oder mit dem Graffitikünstler Blu am stadtbekannten Graffiti an der Berliner Cuvry-Brache arbeitete. Wenn sich Varda und Ridicule zusammentun, treffen also zwei Generationen aufeinander, die einen künstlerischen Blick auf die Welt teilen. Gegenwärtiges trifft auf Vergangenes, Heiterkeit auf Melancholie. Das Gefühl, das dieser poetische Film vermittelt, liegt irgendwo dazwischen.

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