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Pantoffel-Kino

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Zur Geschichte unseres Pantoffelkinos

Seit 2014 bieten wir auch Filme zum Streamen an. Damals haben wir uns dem “Kino on Demand”-Angebot der Kölner Firma Rushlake Media angeschlossen. Obwohl es eigentlich “Video on Demand” heißen müsste, sollte der Name die Beteiligung der Kinos an den Einnahmen andeuten. Für uns verlockend war die Vorstellung eines zusätzlichen Kinosaales im Netz, in dem wir Filme anbieten können, die für eine Kinovorstellung nicht mehr genügend Zuschauer anziehen würden. Das können Repertoire-Filme sein, aber auch Prolongationen aktueller Filme, die in unseren Kinos nicht mehr zu sehen sind. 

Durch Corona hat dieses Programm eine erstaunliche Aktualität bekommen. Weil die Kinos geschlossen sind oder überhaupt viel zu viele Filme Woche für Woche starten, sind wir immer wieder von Verleihern, Produzenten u.a. Filmschaffenden angesprochen worden, ob wir ihre Filme nicht wenigstens online starten können, wenn in unseren Kinos kein Platz mehr ist. Problematisch an solchen Erstaufführungen im Netz ist die Branchen-Vereinbarung eines Auswertungsfensters. Die besagt, dass neue Filme in den ersten sechs Monaten im Kino ausgewertet werden müssen. Erst dann dürfen sie auf DVD, Blue Ray oder online zugänglich gemacht werden. Auch wenn das nur eine eine Vereinbarung und kein Gesetz ist, muss sich jeder daran halten, der deutsche Filmförderung erhält und selbst die amerikanischen Majors respektieren das Fenster, weil es ein bewährtes Auswertungsmodell ist. 

Dennoch wird gerade zu Corona-Zeiten die Kritik immer lauter, dass diese Regelung veraltet, zu unflexibel und wenig zuschauerfreundlich ist. Vorwürfe, denen die Filmförderungsanstalt nachkommt und immer wieder Filme vom Fenster-Gebot befreit, gerade jetzt, wo die Kinos ohnehin geschlossen sind. Auch wir halten die Fensterregelung für zu starr. Auf der einen Seite brauchen wir diesen Schutz bei größeren Filmen, wo er eine exklusive Kinoauswertung garantiert, aber bei den ganz kleinen Filmen, für die wir oft keinen Platz haben, ist es doppelt hart, nicht auf die Spielpläne der Kinos zu kommen und auch nicht online verfügbar sein zu dürfen. Daher fordern wir ein Fenster, dass die Auswertung eines Films in den ersten sechs Monaten zusammen mit einem Kino vorschreibt, egal ob online oder auf der Leinwand.

In der Hoffnung auf eine solche Regelung in der Zukunft haben wir unser Online-Kino in ‘Pantoffel-Kino’ umbenannt, das fortan nicht nur das von “Kino on Demand” zur Verfügung gestellte Repertoire- und Prolongations-Programm, sondern auch Filmreihen wie zum Beispiel die Eine-Welt-Filmtage oder das Queer Film Festival ergänzen oder brandneue Erstaufführungen anbieten wird. //Kalle Somnitz