Gemäß den Maßnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus schließen die Düsseldorfer Filmkunstkinos bis voraussichtlich Ende Mai ihre Pforten.

Pantoffel-Kino

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Pantoffel-Kino: Unsere Streaming-Angebote

Neu in dieser Woche:

Früher war der Mount Everest nicht nur der höchste Berg, sondern auch der heiligste Berg des Himalaya. Inzwischen ist er durch die wahnwitzige Kommerzialisierung, die einen einst kaum zu erreichenden Ort zu einem Disneyland für Egomanen mit vollem Geldbeutel gemacht hat, entweiht. Andere Berge sind in der Mythologie der Einheimischen nach vorne gerückt, unter anderem der Kumbhakarna, der „nur“ der 32. höchste Gipfel der Erde, aber mit einer 3000 Metern hohen Steilwand kaum zu bezwingen ist. Der Dokumentarfilm DIE WAND DER SCHATTEN begleitet Nada, den besten Hochträger der Region und der Einzige, der einem Team von internationalen Bergsteigern helfen kann. Doch werden die Götter ihm vergeben?
Wir starten den bildgewaltigen Film in unserem Pantoffelkino.

WINTERREISE erzählt von Martin Goldsmith, der fest entschlossen ist, seiner Familiengeschichte nachzuspüren und das Leben der jüdischen Eltern in Nazi-Deutschland sowie später in den USA zu rekonstruieren. Er führt intensive Gespräche mit seinem verstorbenen Vater, der von Bruno Ganz in seiner letzten Rolle gesprochen wird. Zum Start des Films im letzten Jahr im Metropol war Martin Goldsmith live zugeschaltet. Die anschließende Kinoauswertung wurde von Corona gestoppt, weshalb wir dieses bewegende Dokument nun noch einmal online anbieten.

Noch schlechter erging es WOMAN, zu dem wir bereits eine Auftaktveranstaltung mit Terre des Femmes organisiert hatten. Doch zwei Tage vorher wurden die Kinos geschlossen. Der Dokumentarfilm konzentriert sich auf gelebte Erfahrungen von Frauen in der ganzen Welt und schafft einen filmischen Chor, der kaum aktueller sein könnte. Jetzt in unserem Pantoffelkino.

In SCARS geht die preisgekrönte Regisseurin Agnieszka Zwiefka der Frage nach, was Mädchen und Frauen veranlasst, sich einer paramilitärischen Organisation anzuschließen. Während des blutigen Bürgerkrieges in Sri Lanka war Vetrichelvi die Propaganda-Stimme der Separatisten-Organisation „Tamil Tigers“. Ihr Name steht bei den Tamilen für „Miss Victory“, von der Regierung wird sie hingegen als Terroristin verfolgt. Nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis will sie ihre ehemaligen Kameradinnen wiedersehen und herausfinden, wie es ihnen nach dem Krieg erging. Doch plötzlich offenbart sich eine noch viel dunklere Wahrheit… SCARS startet am 22.4.21 in Ermangelung geöffneter Kinos in unserem Pantoffelkino.

//Kalle Somnitz

Neu & beachtenswert
Die Wand der Schatten - 2019
woman - 2020 poster
Scars 2020 Filmposter
Jesus Rolls - 2021
Silence Radio - 2021 Filmposter
Glitzer und Staub - 2021 Filmposter
The Legend of Kaspar Hauser - 2013 Filmposter
Es ist zu deinem Besten - 2020 Filmposter
Drei Tage und ein Leben - 2018 Filmposter
Und morgen die ganze Welt - 2020 Filmposter
Ich lebe mit meiner Kunst - 2018 Poster
Unsere Filmreihen
Streaming Filme A-Z

Zur Geschichte unseres Pantoffelkinos

Seit 2014 bieten wir auch Filme zum Streamen an. Damals haben wir uns dem “Kino on Demand”-Angebot der Kölner Firma Rushlake Media angeschlossen. Obwohl es eigentlich “Video on Demand” heißen müsste, sollte der Name die Beteiligung der Kinos an den Einnahmen andeuten. Für uns verlockend war die Vorstellung eines zusätzlichen Kinosaales im Netz, in dem wir Filme anbieten können, die für eine Kinovorstellung nicht mehr genügend Zuschauer anziehen würden. Das können Repertoire-Filme sein, aber auch Prolongationen aktueller Filme, die in unseren Kinos nicht mehr zu sehen sind. 

Durch Corona hat dieses Programm eine erstaunliche Aktualität bekommen. Weil die Kinos geschlossen sind oder überhaupt viel zu viele Filme Woche für Woche starten, sind wir immer wieder von Verleihern, Produzenten u.a. Filmschaffenden angesprochen worden, ob wir ihre Filme nicht wenigstens online starten können, wenn in unseren Kinos kein Platz mehr ist. Problematisch an solchen Erstaufführungen im Netz ist die Branchen-Vereinbarung eines Auswertungsfensters. Die besagt, dass neue Filme in den ersten sechs Monaten im Kino ausgewertet werden müssen. Erst dann dürfen sie auf DVD, Blue Ray oder online zugänglich gemacht werden. Auch wenn das nur eine eine Vereinbarung und kein Gesetz ist, muss sich jeder daran halten, der deutsche Filmförderung erhält und selbst die amerikanischen Majors respektieren das Fenster, weil es ein bewährtes Auswertungsmodell ist. 

Dennoch wird gerade zu Corona-Zeiten die Kritik immer lauter, dass diese Regelung veraltet, zu unflexibel und wenig zuschauerfreundlich ist. Vorwürfe, denen die Filmförderungsanstalt nachkommt und immer wieder Filme vom Fenster-Gebot befreit, gerade jetzt, wo die Kinos ohnehin geschlossen sind. Auch wir halten die Fensterregelung für zu starr. Auf der einen Seite brauchen wir diesen Schutz bei größeren Filmen, wo er eine exklusive Kinoauswertung garantiert, aber bei den ganz kleinen Filmen, für die wir oft keinen Platz haben, ist es doppelt hart, nicht auf die Spielpläne der Kinos zu kommen und auch nicht online verfügbar sein zu dürfen. Daher fordern wir ein Fenster, dass die Auswertung eines Films in den ersten sechs Monaten zusammen mit einem Kino vorschreibt, egal ob online oder auf der Leinwand.

In der Hoffnung auf eine solche Regelung in der Zukunft haben wir unser Online-Kino in ‘Pantoffel-Kino’ umbenannt, das fortan nicht nur das von “Kino on Demand” zur Verfügung gestellte Repertoire- und Prolongations-Programm, sondern auch Filmreihen wie zum Beispiel die Eine-Welt-Filmtage oder das Queer Film Festival ergänzen oder brandneue Erstaufführungen anbieten wird. //Kalle Somnitz