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Pantoffel-Kino

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Pantoffel-Kino: Unsere Streaming-Angebote

Neu in dieser Woche:
PFERDE STEHLEN und TEL AVIV ON FIRE

Nicht ganz so unbeschwert wie sein Titel ist dieses norwegische Drama, das 2019 auf der Berlinale mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet wurde. Stellan Skarsgård spielt hier den 67-jährigen Trond, der sich nach dem Tod seiner Frau aus Oslo in einen kleinen Ort im Osten Norwegens zurückgezogen hat. Das Jahrtausend neigt sich dem Ende entgegen und mit ihm, so scheint es, auch Tronds Leben. In einer Winternacht erkennt er in seinem Nachbarn Lars plötzlich einen alten Bekannten aus der Jugendzeit wieder. Eine Begegnung, die Erinnerungen an das Jahr 1948 aufsteigen lässt: Gemeinsam mit seinem bewunderten Vater verbrachte Trond einen ganzen Sommer in einer einfachen Holzhütte am Fluss. Lange Nachmittage im Wald, Ausritte auf Wildpferden und harte Arbeit beim Holzschlagen verschwimmen zu einem Bilderbogen zwischen unbeschwertem Glück und schicksalsträchtigen Erlebnissen. Der Film lief Ende 2019 in unseren Kinos und ist jetzt auch in unserem Online-Kino abrufbar.

TEL AVIV ON FIRE lief hingegen in der Sektion Orizzonti auf dem Filmfestival in Venedig 2018, wo er mit dem INTERFILM-Preis zur Förderung des interreligiösen Dialogs und Kais Nashif als Bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde. Vor dem Hintergrund des Nahostkonfliktes gelingt Regisseur Sameh Zoabi das Kunststück einer absurden und unglaublich witzigen Komödie. TEL AVIV ON FIRE lief Mitte 2019 in unseren Kinos und nun in unserem Pantoffelkino.

 

Neu & beachtenswert
Leif in Concert - 2019 Filmposter
Chichinette - 2018 Filmposter
Pferde stehlen - 2019 Filmposter
Tel Aviv on Fire - 2018 Filmposter
Gretel & Hänsel - 2020 Filmposter
Eine größere Welt - 2019 Filmposter
The Climb - 2019 Poster
Moffie - 2019 Filmposter
Sister my Sister - 1994 Filmposter 2
Unsere Filmreihen
Streaming Filme A-Z

Zur Geschichte unseres Pantoffelkinos

Seit 2014 bieten wir auch Filme zum Streamen an. Damals haben wir uns dem “Kino on Demand”-Angebot der Kölner Firma Rushlake Media angeschlossen. Obwohl es eigentlich “Video on Demand” heißen müsste, sollte der Name die Beteiligung der Kinos an den Einnahmen andeuten. Für uns verlockend war die Vorstellung eines zusätzlichen Kinosaales im Netz, in dem wir Filme anbieten können, die für eine Kinovorstellung nicht mehr genügend Zuschauer anziehen würden. Das können Repertoire-Filme sein, aber auch Prolongationen aktueller Filme, die in unseren Kinos nicht mehr zu sehen sind. 

Durch Corona hat dieses Programm eine erstaunliche Aktualität bekommen. Weil die Kinos geschlossen sind oder überhaupt viel zu viele Filme Woche für Woche starten, sind wir immer wieder von Verleihern, Produzenten u.a. Filmschaffenden angesprochen worden, ob wir ihre Filme nicht wenigstens online starten können, wenn in unseren Kinos kein Platz mehr ist. Problematisch an solchen Erstaufführungen im Netz ist die Branchen-Vereinbarung eines Auswertungsfensters. Die besagt, dass neue Filme in den ersten sechs Monaten im Kino ausgewertet werden müssen. Erst dann dürfen sie auf DVD, Blue Ray oder online zugänglich gemacht werden. Auch wenn das nur eine eine Vereinbarung und kein Gesetz ist, muss sich jeder daran halten, der deutsche Filmförderung erhält und selbst die amerikanischen Majors respektieren das Fenster, weil es ein bewährtes Auswertungsmodell ist. 

Dennoch wird gerade zu Corona-Zeiten die Kritik immer lauter, dass diese Regelung veraltet, zu unflexibel und wenig zuschauerfreundlich ist. Vorwürfe, denen die Filmförderungsanstalt nachkommt und immer wieder Filme vom Fenster-Gebot befreit, gerade jetzt, wo die Kinos ohnehin geschlossen sind. Auch wir halten die Fensterregelung für zu starr. Auf der einen Seite brauchen wir diesen Schutz bei größeren Filmen, wo er eine exklusive Kinoauswertung garantiert, aber bei den ganz kleinen Filmen, für die wir oft keinen Platz haben, ist es doppelt hart, nicht auf die Spielpläne der Kinos zu kommen und auch nicht online verfügbar sein zu dürfen. Daher fordern wir ein Fenster, dass die Auswertung eines Films in den ersten sechs Monaten zusammen mit einem Kino vorschreibt, egal ob online oder auf der Leinwand.

In der Hoffnung auf eine solche Regelung in der Zukunft haben wir unser Online-Kino in ‘Pantoffel-Kino’ umbenannt, das fortan nicht nur das von “Kino on Demand” zur Verfügung gestellte Repertoire- und Prolongations-Programm, sondern auch Filmreihen wie zum Beispiel die Eine-Welt-Filmtage oder das Queer Film Festival ergänzen oder brandneue Erstaufführungen anbieten wird. //Kalle Somnitz