Born to Fake
Deutschland | 2025 | FSK 12

In ihrem Dokumentarfilm BORN TO FAKE zeichnen Erec Brehmer und Benjamin Rost den Fall von Michael Born nach, der in den 1990er-Jahren mit frei erfundenen TV-Reportagen das Privatfernsehen narrte. Statt bloßer Skandalchronik entwerfen sie ein vielschichtiges Bild eines medialen Kipppunkts und porträtieren posthum einen Menschen, der - getrieben zwischen finanzieller Notwendigkeit und kreativer Verrücktheit - seine Rolle als moderner Münchhausen empfunden hatte.
Anfang der 90er-Jahre entdeckten die Privatsender, dass Information unterhaltsam aufbereitet werden kann und das sogenannte Infotainment ist entstanden. Das bewegtbildgewordene Pendant zum gedruckten Boulevardjournalismus entpuppte sich als kostengünstiger Quotenbringer. Damals noch recht unschuldig von Sensationalismus ohne den Willen gezielter Desinformation gespeist, ist es doch der Beginn dessen, was später zu Scripted Reality und in seiner schlimmsten Ausprägung zu Fake News wurde.
Die beiden Filmemacher hatten für BORN TO FAKE Zugang zu Borns Nachlass. So gibt es ein Wiedersehen mit Beiträgen, die die Sender ganz hinten in ihren Giftschränken versteckt haben. Zwischen absurden Geschichten und banalen Produktionsmechanismen wird deutlich, wie wenig es braucht, um Fiktion als Realität zu verkaufen. Zeitzeugenberichte ergänzen diese Perspektive und zeigen ein System, das weniger kontrollierte als bereitwillig glaubte.
