Corpus Delicti

Infos Vorführungen

Corpus Delicti - 2026
Vorführungen
Metropol Logo 2022
  • Mo.12.10.
  • Di.13.10.
  • Mi.14.10.
  • Do.15.10.
  • Fr.16.10.
  • Sa.17.10.
  • So.18.10.
  • Mo.19.10.
  • Di.20.10.
  • Mi.21.10.
  • Do.22.10.
  • Fr.23.10.
Informationen

17 Jahre nach seinem Erscheinen findet Juli Zehs Bestseller „Corpus Delicti“, dem ein gleichnamiges Theaterstück zugrunde liegt, den Weg auf die große Leinwand. Richtig so! Immerhin ist die Geschichte um eine auf deutschem Boden errichtete Gesundheitsdiktatur, die auf maximale Datenüberwachung setzt, in Zeiten immer rasanter voranschreitenden KI-Entwicklungen und großer gesellschaftlicher Verwerfungen aktueller denn je.

Gesundheit und Sicherheit wünscht sich wohl jeder. Was aber, wenn diese Ideale von einem Überwachungsstaat mit allen zur Verfügung stehenden technischen Mitteln durchgedrückt werden? Wenn die Obrigkeit jeden Winkel des Lebens in Form von Daten ausleuchtet? Diese Fragen verhandelt die Juristin und Schriftstellerin Juli Zeh in ihrem 2007 uraufgeführten Theaterstück „Corpus Delicti“, das ein Deutschland der nahen Zukunft skizziert, in dem alle Menschen im Sinne einer maximalen Optimierung ständig persönliche Daten und Informationen preisgeben. 2009 erschien der gleichnamige, die Ideen ausarbeitende Roman, der sich mit über einer Millionen verkaufter Exemplare zu einem Bestseller entwickelte.

Angesichtes des technologischen Fortschritts in den letzten 15 Jahren und der wachsenden gesellschaftlichen Verwerfungen verwundert es durchaus, dass die Verfilmung des Stoffes erst 2026 ihren Weg in die Kinos findet. Festhalten lässt sich mit Blick auf unsere krisenbehaftete, stark polarisierte Gegenwart: Heute, in Zeiten rasanter KI-Sprünge, ist Juli Zehs dystopisches Szenario aktueller denn je.

Auch in der von Lea Stahl geschriebenen und inszenierten Leinwandadaption bestimmt ein System namens „Methode“ das Zusammenleben, greift in jeden noch so persönlichen Aspekt des Alltags ein. Zuträgliche Ernährung, ausreichend Bewegung sind keine Optionen mehr, sondern staatlich festgeschriebene Maximen. Verstöße werden sofort registriert und bringen „Sünder“ in Bedrängnis. „Santé!“ – das französische Wort für Gesundheit – ist der Gruß der Stunde. Fast kein Gespräch kommt ohne ihn aus.

Als Verfechterin der als unfehlbar angepriesenen „Methode“ führt „Corpus Delicti“ die Neurowissenschaftlerin Mia Holl (engagiert: Hannah Herzsprung) ein, die auf ihrem Forschungsgebiet bahnbrechende Fortschritte macht. Zusammen mit ihrer Kollegin Christiane Bülow (Haley Louise Jones) ist es ihr gelungen, Erinnerungen und Gedanken aus dem Gehirn eines Patienten auszulesen. Wie gesagt: Persönlich ist in dieser Welt rein gar nichts mehr.

Ausgerechnet Mias Bruder Moritz (Damian Hardung) steht dem angeblich so heilsamen System kritisch gegenüber. Mehr noch: Er spielt mit dem Feuer, dringt verbotenerweise in die außerhalb der Städte liegenden Sperrzonen ein, um – kerniger Naturbursche, der er ist – die Ruhe des Waldes zu genießen und dort Kraft zu tanken. Als der junge Mann mit dem oft prominent ins Bild gesetzten Astralkörper eines Tages im Gefängnis landet, weil seine DNA an einer Leiche gefunden wurde, steht Mia vor einem Dilemma: Einerseits will sie den Glauben an die Wirksamkeit der „Methode“, an die Macht der Daten nicht einfach aufgeben. Andererseits beteuert Moritz vehement seine Unschuld. Interesse für den Fall und die zunehmend zweifelnde Forscherin zeigt schließlich der undurchschaubare Journalist Heinrich Kramer (Alexander Fehling).

Sind Daten wirklich absolut verlässlich? Was macht den Menschen in seinem Kern aus? Wie viel Rückzugsraum brauchen wir? Welchen Preis wollen wir für größtmögliche Sicherheit zahlen? Spannende und drängende Fragen wie diese stecken in der von Juli Zeh erdachten Geschichte und mit der Musik von Volker Bertelmann und einer hochkarätigen Besetzung sollte dieser Film, der Fragen nach Kontrolle und Freiheit in einer immer transparenteren Gesellschaft stellt, zu den meistdiskutierten deutschen Kinostarts des Herbstes zählen.

 

Zum Kinostart sprach THE SPOT mit der Filmemacherin Lena Stahl und Produzentin Laura Mihajlovic.

Galerie