Deutschstunde

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Deutschstunde - 2019 Filmposter
Vorführungen
Cinema
  • Fr18.10.
  • Sa19.10.
  • So20.10.
  • Mo21.10.
  • Di22.10.
  • Mi23.10.
  • Do24.10.
  • Fr25.10.
  • Sa26.10.
  • So27.10.
  • Mo28.10.
  • Di29.10.
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Informationen

Siegfried Lenz berühmter Roman gehört zur Pflichtlektüre in den Schulen, 1971 wurde er erstmals von Peter Beauvais für das Fernsehen verfilmt. Jetzt hat Regisseur Christian Schwochow (PAULA) eine Neuauflage vorgelegt. In klassischer Erzählweise mit ruhigen, eindringlichen Bildern zeigt er, dass der Stoff - der Widerspruch zwischen Pflichterfüllung und individueller Verantwortung, zwischen Anpassung und Widerstand - nichts an Aktualität eingebüßt hat.

Der als schwer erziehbar geltende Siggi Jepsen wird in einer Besserungsanstalt dazu verdonnert, einen Aufsatz zum Thema „Freuden der Pflicht“ zu schreiben. Als er nach Stunden nur eine leeres Heft abgibt, wird dies als Verweigerung interpretiert, doch in Wirklichkeit stürmen zu viele mit diesem Thema verbundenen Erinnerungen an seine Kindheit auf ihn ein, die er so schnell gar nicht in Worte fassen kann. Zur Strafe wird er in Einzelhaft gesteckt. In seiner Zelle soll er so lange verweilen, bis er seine Aufgabe erledigt hat. Und Siggi beginnt zu schreiben.

Er erzählt von seiner Kindheit in Schleswig-Holstein während des Zweiten Weltkriegs. Sein strenger Vater ist Dorfpolizist und seinen Dienstpflichten treu ergeben. Als er den Auftrag erhält, dem Maler Max Nansen Malverbot zu erteilen, weil dessen Bilder vom NS-Regime als „krank“ eingestuft werden, zögert er keine Sekunde, obwohl er Max seit Jugendtagen kennt und dieser Patenonkel seines Sohnes Siggi ist. Ja, er versucht sogar, Siggi als Spitzel einzusetzen, um das Malverbot zu überwachen.

Damit bringt er diesen jedoch in einen Gewissenskonflikt, denn das Heim des Malers ist für Siggi eine Art Zufluchtsort geworden, um seinem strengen Elternhaus zu entkommen. Als sein Bruder Klaas sich selbst verstümmelt, um nicht weiter Kriegsdienst leisten zu müssen, und von seinen Eltern verstoßen wird, rebelliert Siggi. Gemeinsam mit Max hilft er ihm, sich zu verstecken, bringt einige von Max‘ Bildern in einer alten, leer stehenden Mühle in Sicherheit. Doch selbst als der Krieg zu Ende ist, hören die Schrecken für den Jungen nicht auf. Sein Vater ist weiterhin beseelt von Pflichterfüllung und als die alte Mühle in Flammen aufgeht, glaubt Siggi, sein Vater habe sie angezündet. Er entwickelt nun seinerseits eine Obsession, Kunst retten zu müssen und wird zum Kunstdieb.

Regisseur Christian Schwochow setzt auf Minimalismus. Ganz aus der Perspektive Siggis erzählt, zeichnet er seine Figuren unaufdringlich und mit Empathie, verzichtet dabei auf umfangreiche Dialoge und setzt Körpersprache nur sehr reduziert ein. Eine große Rolle spielt dagegen die Bildsprache. Die Enge der kleinbürgerlichen Geisteshaltung kontrastiert er mit der Weite des Landschaft im hohen Norden, die er mit beeindruckenden Aufnahmen in kühlen Grau- und Blautönen einfängt.

„DEUTSCHSTUNDE ist einer der wichtigsten Romane in meinem Leben. Das ist eines der ungewöhnlichsten Bücher über den Zweiten Weltkrieg, es schafft ganz eigene Bilder und Assoziationen“, beschreibt Regisseur Christian Schwochow seine besondere Beziehung zur Buchvorlage. “Vor allem das Parabelhafte des Stoffes, die ‘modellhafte Situation‘, die eindrücklich zeigt, wie das Gift des Faschismus und der Ausgrenzung wie eine immer schlimmer werdende Krankheit um sich greift und Menschen und Beziehungen zerstören kann, hat mich interessiert.”