VorschauSTART | 22.01.2026

Die Stimme von Hind Rajab

Jurypreis, Venedig 2025

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Die Stimme von Hind Rajab - 2025
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Eigentlich hatten Presse und Publikum in seltener Übereinkunft bei den letzten Filmfestspielen in Venedig Kaouther Ben Hanias DIE STIMME VON RAJAB auf dem Siegertreppchen gesehen. Doch dann entschied sich die Jury für Jim Jarmuschs FATHER MOTHER SISTER BROTHER.

Auszeichnungswert ist Hanias Film allein schon, weil er neue Wege des Weltkinos beschreitet. Sein Hybrid aus Dokumentar- und Spielfilm erlaubt es, auch Themen zu dokumentieren, von denen es kaum Material gibt, um daraus einen abendfüllenden Film zu machen. Im Falle der sechsjährigen Rajab gibt es fast gar keine Bilddokumente, aber es gibt ihre Stimme, aufgenommen auf dem Voice-Recorder einer Notrufstation in Ramallah. Rajab ist in dem Auto ihres Onkels gefangen, es steht auf einer Tankstelle in Gaza und wurde vom israelischen Militär beschossen. All ihre Verwandten sind tot, und sie versteckt sich zwischen deren Leichen und greift nach dem Handy, um Hilfe zu rufen. Sie löst eine verzweifelte Rettungsaktion aus. Während die Retter allesamt von Profis gespielt werden, ist Rajabs Stimme echt. Ihr Flehen geht uns durch Mark und Bein und zeigt uns die Sinnlosigkeit und Unmenschlichkeit dieser modernen Kriegsführung, die sich mehr und mehr gegen Zivilisten wendet. Immerhin wurde dieser einzigartige Film mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet. 

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