Dreams- Gefährliches Verlangen
Vereinigte Staaten, Mexiko | 2025 | FSK 16
Berlinale 2025

Der mexikanische Ausnahme-Regisseur Michel Franco hat in den letzten Jahren beeindruckende Filme vorgelegt, die alle auf dem Filmfest in Venedig uraufgeführt wurden: NEW ORDER (Grand Jury Prize 2020), SUNDOWN (2021) und zuletzt MEMORY (Bester Schauspieler 2023). Für seinen neuen Film DREAMS, der auf der Berlinale uraufgeführt wurde, arbeitete er wieder mit Jessica Chastain als Hauptdarstellerin zusammen.
Die beiden haben inzwischen eine gemeinsame Firma gegründet und produzieren völlig unabhängig von Hollywood. “Uns sagt niemand, was oder wie wir was machen sollen. Wir machen nur das, was uns gefällt!” stellte Franco auf der Berlinale sein Verhältnis zu Hollywood klar, und Jessica Chastain fügte hinzu: “Durch unsere Firma habe ich an Selbstbewusstsein gewonnen, will gar nicht mehr unbedingt gefallen, sondern provoziere auch mal gerne.”
Das tut sie tatsächlich in DREAMS. wo sie eine erfolgreiche, amerikanische Geschäftsfrau spielt, die sich einen jungen mexikanischen Balletttänzer hält, wie ein Schoßhündchen. Sie lockt ihn nach Amerika, besorgt ihm eine Wohnung und bringt ihn sogar in einer Tanzschule unter. Doch spätestens als er eigene Träume und Begehrlichkeiten entwickelt, beginnen die Probleme, und als sich dann noch die Einwanderungsbehörde meldet, lässt sie ihn genauso schnell wieder fallen, wie sie ihn aufgegabelt hat.
Auch wenn die Story etwas holzschnittartig daherkommt, gelingt es Franco immer wieder, den alltäglichen Rassismus und den privaten Imperialismus der Amerikaner in den Film einzubauen. Das Verhältnis der beiden Liebenden ist nie auf Augenhöhe, und so wird für den begabten Tänzer der Amerikanische Traum bald zu einem Alptraum. Was das Drehbuch nicht hergibt macht Franco durch seine hochästhetische Inszenierung wieder wett: An illustren Plätzen in edelster Ausstattung choreografiert er Tanz- und Sex-Szenen stilsicher auf höchstem Niveau, um sie dann der sozialen Wirklicchkeit gegenüber zu stellen.


