VorschauSTART | 23.05.2019

Edie - Für Träume ist es nie zu spät

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Informationen

Edie ist 83 Jahre alt und gerade ist ihr Mann, dem sie ihr ganzes Leben widmete, gestorben. Während sie so den Nachlass durchstöbert und ihr Leben Revue passieren lässt, wird ihr immer klarer, dass es ein trauriger Rückblick auf ein kaum gelebtes Leben ist. Sie war immer nur für ihre Familie da, hat nie an sich selbst gedacht.

Sicherlich teilen viele Frauen aus Edies Generation dieses Schicksal, aber so richtig bewusst wird es ihr erst, als ihre Tochter allmählich ungeduldig wird und auf ihren Umzug ins Altersheim besteht. Doch Edie will nicht, fühlt sich noch fit und will endlich mal ihren eigenen Kopf durchsetzen. In ihrem Leben gab es eigentlich nur zwei Männer, ihren Vater und ihren Ehemann. Mit letzterem hatte sie wohl auch nicht gerade das große Los gezogen, denn er war mürrisch und herrisch, isolierte Edie und verlangte, dass sie nur für die Familie da ist. Als er vor vielen Jahren einen Schlaganfall bekam und an den Rollstuhl gefesselt war, pflegte sie ihn bis zu seinem Tod. Und jetzt sucht sie im Nachlass nach Dingen, die auf ihr eigenes Leben verweisen. Viel gibt es da nicht, aber sie findet eine Einladung ihres Vaters in die schottischen Highlands, wo er mit ihr den Mount Suilven besteigen wollte. Das erinnert sie an ihre unbeschwerte Kindheit und die vielen Ausflüge, die sie und ihr Vater unternommen haben, an ihre Freiheit und Aufgewecktheit. Doch mit all dem war nach der Hochzeit Schluss. Sie hat die Einladung nie annehmen können, ja hat ihren Vater nie wieder gesehen, da er sich mit ihrem Ehemann nicht verstand.

Umso mehr wächst nun in ihr die Begierde, diese Bergtour, auch wenn ihr Vater längst tot ist, nun alleine anzutreten und so macht sie sich auf nach Lochinver. Im dortigen Fachgeschäft für Bergsteiger-Bedarf trifft sie zunächst auf einen jungen Verkäufer, der ob ihres Vorhabens zwar verwundert ist, ihr aber gerne alles verkauft, was Frau für eine Bergbesteigung heutzutage so braucht, inklusive einem Führer. Der heißt Jonny und ist von dem Unternehmen wenig begeistert. Doch ihm imponiert Edies Dickkopf und ihre Entschlossenheit, und so verspricht er, sie in den kommenden Tagen für den Anstieg fit zu machen. So entwickelt sich über Generationsgrenzen hinweg eine ehrliche Beziehung zwischen dem Jungspund, der kurz vor seiner Hochzeit steht und das ganze Leben noch vor sich hat und der agilen Seniorin, die auf ihr Leben zurückblickt und endlich jemanden gefunden hat, der ihr zuhört.

Der englische Regisseur Simon Hunter erzählt diese Geschichte konventionell mit langen Einstellungen. Er nimmt sich Zeit, die Verbindung zwischen dem ungleichen Paar zu entwickeln und passt das Tempo dem Alter seiner Protagonistin an. Die Bewegung findet hier weniger in der Natur als in den Köpfen der Protagonisten statt und so läuft am Ende alles auf die Erklimmung des Berges hinaus. Doch es ist Hunter hoch anzurechnen, dass er dieses Happy End nicht auskostet, sondern darin eher die Überwindung von Grenzen und der Verwirklichung eines Traumes sieht. Hunter selber meint dazu: “Ich wollte ein glückliches, locker-leichtes Ende vermeiden, es sollte eher ein nachdenklicher und ergreifender Moment sein. Edie hat endlich getan, was sie wollte, und dies ist ein Stück weit der schönste Moment eines eher unerfüllten Lebens.”