Ein Mann und eine Frau

ausgezeichnet mit 2 Oscars

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Ein Mann und eine Frau - 1966

In memoriam Anouk Aimée

Metropol Logo 2022
Di23.07.2419:00

11/9
Normal / Gildepass
zzgl. evtl. Logenzuschlag 1,- EUR

Informationen

“Sie ist die beste Schauspielerin auf der Welt, abgesehen von meiner Frau!” behauptete einst Federico Fellini über Anouk Aimée, die im Juni 2024 im Alter von 92 Jahren gestorben ist. Sie war eine der letzten Filmdiven ihrer Zeit und in den 1960er Jahren in Italien beliebter als in ihrem Geburtsland Frankreich. Dort wurde sie am 27. April 1932 als Nicole Dreyfus in Paris in eine Schauspieler*innen-Familie hineingeboren und stand bereits mit 14 Jahren auf der Bühne. 1966 drehte sie mit Claude Lelouch “Ein Mann und eine Frau“, der bis heute schönste Liebesfilm, mit dem wir noch einmal an sie erinnern wollen.

“Eine wunderschöne, atemberaubende Ausstellung von Bildern… mit dem Problem, dass die Geschichte banal ist.“ schrieb damals die New York Times. Diese Banalität steckt ja bereits im Titel und dennoch strotzt Lelouchs Liebesromanze voller Virtuosität. Nicht nur die Bilder, die stets zwischen Schwarzweiß und Farbe wechseln, sondern der geradezu sentimentale Score, der sich immer wieder in den Vordergrund drängt, machen die Love Story zu einem Novum seiner Zeit. Gemäß der Idee der Nouvelle Vague, hatte wohl noch niemand eine Liebesgeschichte so banal, aber auch so sentimental, ergreifend und virtuos erzählt. 

Wenn am Ende Films Jean-Louis seiner angebeteten Anne am Bahnhof gegenübersteht, ist er einige tausend Kilometer hinter ihr her gefahren. Kein Problem für ihn, ist er doch Rennfahrer. Und Erfolg hat er auch noch. Das Geld fällt für ihn vom Himmel, die Frauen liegen ihm zu Füssen und während er das dolce vita auskostet, träumt er wehmütig von Anne, der einzigen Frau, die er nicht haben kann. Getroffen hat er sie etliche Male, ist mit ihr von Paris nach Deauville gefahren, um die Kinder im Internat zu besuchen. Bei langen Autofahrten, Spaziergängen und Gesprächen, erkennen sie ihre innere Verwandtschaft, aber auch ihre unterschiedlichen Auffassungen vom Glück. Der damals 29-jährige Lelouch wurde mit seinem preisgekrönten Melodram mit einem Schlag berühmt.

Nachruf auf Anouk Aimée im Filmdienst

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