VorschauSTART | 15.12.2022

Ein Triumph

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Ein Triumph - 2021
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Als "Warten auf Godot" 1953 zum ersten Mal in Paris auf die Bühne kam, machte das Stück Beckett mit einem Schlag berühmt. Seitdem wurde es unzählige Male aufgeführt, aber eine Inszenierung verdient besondere Erwähnung: In der schwedischen Haftanstalt Kumla war die Gefangenen-Theatergruppe so eifrig und erfolgreich, dass sie die Erlaubnis zu einem Gastspiel im Stadttheater Göteborg, außerhalb der Gefängnismauern, bekam. "Nach der Pressekonferenz verschwanden vier der fünf Schauspieler still und unbemerkt durch den Bühnenausgang und machten sich auf und davon", berichtet der beteiligte Regisseur Jan Jönson. Als er später Beckett davon erzählte, "brach er in Lachen aus und sagte leise: "Das ist das beste, was meinem Stück widerfahren ist, seit ich es geschrieben habe."

Regisseur Emmanuel Cougol verlegt diese Geschichte nach Lyon und hat sie fürs Kino mächtig aufgepeppt; Kad Merad spielt den gescheiterten Schauspieler, der auf die Idee kommt, in der hiesigen Strafanstalt mit fünf Insassen ein Theaterstück zu proben. Ausgerechnet “Warten auf Godot” hat er sich ausgesucht, doch nach anfänglichen Schwierigkeiten mit der Gefängnisverwaltung und dem Casting, hat er eine Truppe von fünf Knackis zusammen, die dem Stück erstaunlich viel abgewinnen können. Denn wenn sie sich bei irgendwas auskennen, dann beim Warten: Warten auf die Mahlzeiten, Warten auf den täglichen Hofgang und schließlich Warten auf das Ende der Gefängnisstrafe. Aber was kommt dann? Das ist absurd, meint einer der Häftlinge und Emanuel ist begeistert: “Du hast das Stück verstanden”, ruft er erfreut und erklärt seinen Laienschauspieler, dass das, was sie machen werden, Absurdes Theater ist.
Was folgt ist eine Komödie vom Merad’schem Schlag, mal ernst, mal komisch und dann wieder polternd, setzt er sich gegen alle Probleme durch und führt seine Truppe zum Ziel. Auch die hat nicht nur Spaß, stellt sich selbst und das Stück immer wieder in Frage und schwingt sich sogar zu einer philosophischen Diskussion über Hoffnung auf.
Am Ende steht eine öffentliche Aufführung im Teatro Lyon, vor Familie und Freunden, aber auch vor Presse und Politik. Die Aufführung wird ein voller Erfolg und spricht sich schnell herum, sodass die Truppe bald mit ihrem Stück auf Tour geht, an dessen Ende die Ehre steht, in Paris im Odeon auftreten zu dürfen. Doch dazu wird es nicht kommen, sowie zu der Aufführung damals in Göteborg, die es in Wirklichkeit geben sollte. So wie der damalige Regisseur Jan Jönson, muss Emanuel improvisieren und wird mit dieser Improvisation noch viele Jahre auf Tour gehen.

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