VorschauSTART | 22.12.2022

EO

Cannes 2022

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EO - 2022
Informationen

EO (sprich „io“ zu deutsch I-Aah) ist ein Esel. Aufgewachsen in einem kleinen polnischen Wanderzirkus absolviert er täglich seine bescheidene Show und erntet dafür neben dem Beifall vor allem die liebevolle Fürsorge der Artistin Kasandra – bis eines Tages Tierschützer kommen und alle Tiere beschlagnahmen. Er landet als Arbeitstier auf einem Hof, auf dem er misshandelt wird, bis er ausbüxt, macht Bekanntschaft mit einer Fußballmannschaft einem freigeistigen Priester und einer dekadenten italienischen Gräfin. Doch die Bilder aus dem Zirkus gehen ihm nicht aus dem Kopf…

Eine moderne Fabel, die natürlich vor allem den Blick auf den Menschen richtet und uns einlädt, unser Tun aus tierischer Sicht zu hinterfragen. Regisseur Jerzy Skolimowski, in den 1960er Jahren wichtiger Mitstreiter der polnischen Nouvelle Vague im Dunstkreis um den frühen Roman Polanski und Andrzej Wajda, ließ sich zu seinem Alters-Comeback von Robert Bressons ZUM BEISPIEL BALTHASAR (1966) inspirieren: Auch dort ging es um einen Esel und auch dort hatte man am Ende das Gefühl, dass gerade Esel, diese duldsamen, harmlosen Geschöpfe, eigentlich die besseren Menschen sind. Teils märchenhaft poetisch, teils surreal avantgardistisch wagt Skolimowski ein Update und wirft Fragen auf zum Tierschutz heute und überhaupt unserem Miteinander mit unseren vierbeinigen Zeitgenossen. Hochaktuell, bildgewaltig und vor allem traumhaft schön.

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