La Bola Negra
Spanien, Frankreich | 2026 | FSK TBA
Cannes 2026: Beste Regie, Toronto 2026: Publikumspreis

Inspiriert von einem unvollendeten Manuskript eines Theaterstücks von Federico Garcia Lorca entwickelte das spanische Regie-Duo Javier Calvo und Javier Ambrossi einen Film mit drei Zeitebenen, der in diesem Jahr in Cannes ex aequo mit Pawel Pawlikowskis VATERLAND den Preis für die beste Regie gewann.
Die erste Ebene von LA BOLA NEGRA spielt 1932 und erzählt von den Bemühungen des jungen Aristokraten Carlos, Mitglied des privaten Casinos seines Vaters zu werden. Dazu ist eine Abstimmung der anderen Mitglieder notwendig, die mit Kugeln durchgeführt wird: weiße Kugeln für ja, schwarze Kugeln für nein. Er scheitert, weil man vermutet, er sei homosexuell. 1937 wird der Trompeter Sebastián im Spanischen Bürgerkrieg in die Armee eingezogen. In einem Militärkrankenhaus lernt er den Gefangenen Rafael kennen, zu dem er bald eine tiefe Verbindung findet. In der dritten 2017 spielenden Zeitebene erbt der schwule Schriftsteller und Historiker Alberto ein Schriftstück aus der Feder von Garcia Lorca, das die Verbindung zur ersten Zeitebene knüpft.
Mit ihrem Beitrag wollte das Regie-Duo beispielhaft auf die vielen noch nicht erzählten homosexuellen Lebens- und Liebesgeschichten aufmerksam machen, die zu ihrer Zeit keine Chance hatten, das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Das ist ihnen in ihrem epischen Triptychon mit beeindruckenden Bildern vollends gelungen. Petro Almódovar war Mitproduzent, Gastauftritte von Glenn Close und Penelope Cruz veredeln das Werk mit zusätzlichem Starglanz.
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