VorschauSTART | 11.04.2024

La Chimera

Cannes 2023 und Rom 2023

Infos Vorführungen

La Chimera - 2023
Vorführungen
Bambi
  • Di16.04.
  • Mi17.04.
  • Do18.04.
  • Fr19.04.
  • Sa20.04.
  • So21.04.
  • Mo22.04.
  • Di23.04.
  • Mi24.04.
  • Do25.04.
  • Fr26.04.
  • Sa27.04.
Informationen

Nach LAND DER WUNDER und GLÜCKLICH WIE LAZZARO vollendet Alice Rohrwacher mit LA CHIMERA ihre lose Trilogie über das Landleben in ihrer Heimat Etrurien. Hierhin kehrt der Engländer Arthur nach einem Gefängnisaufenthalt zurück. Er hat eine besondere Gabe, die seine Schwiegermutter sehr schätzt: er kann Sachen finden, die andere verloren haben.

So kam er in die Gesellschaft von Grabräubern, die an der toskanischen Küste nach wertvollen Artefakten suchen, um sie auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen. An diesem Geschäft ist Arthur gar nicht interessiert, er sieht sich eher als Mittler zwischen der antiken und der modernen Welt. Er hilft, die alten Grabbeigaben, die die Etrusker ihren Toten mit auf den Weg ins Jenseits gaben, wieder ans Tageslicht zu holen, nicht um sie zu stehlen oder eine internationale Kunstmafia zu bedienen, sondern um sie sichtbar zu machen, damit sie von ehemaligen, kulturell hochstehende Zivilisation erzählen.

Die alten Gräber liegen an der toskanischen Küste unter einer stillgelegten Fabrik. Auch das ist ein Bild für den derzeitigen Verfall, der in erster Linie ein Verfall der Werte ist, die das Hervorbringen solcher Kulturwerke erst ermöglicht. Arthurs Mutter (Isabella Rossellini), eine ehemalige Opern-Diva, verkörpert diese Werte, missbraucht aber auch ihre unbegabte Schülerin als Haushaltshilfe und steht damit in Kontrast zur zweiten Gastdarstellerin, Alba Rohrwacher, die eine skrupellose Kunsthändlerin spielt.

Alice Rohrwacher beweist hier einmal mehr ihr Händchen für stimmige Bilder und Locations mit ganz eigenem Charakter, wie etwa ein heruntergekommener, ehemals aber prunkvoller Landsitz, in dem Arthurs Schwiegermutter residiert und nicht wahrhaben will, dass ihre Tochter verstorben ist. Die nämlich hofft Arthur wiederzusehen, in den Gräbern den Weg in die Unterwelt und damit auch zu seiner verstorbenen Geliebten zu finden. Am Ende findet er den roten Faden (der Ariadne) ihres Kleids in einem eingestürzten Grab. Als er daran zieht, droht das Kleid aufzuribbeln – oder wird der Faden ihn zu seiner Geliebten führen?

Spannende Grabräuber-, tragische Liebes- und traurige Verlust-Geschichte – Alice Rohrwacher erzählt viel in dieser dritten Episode über ihre Heimat. Beinahe märchenhaft gelingt ihr ein Gesellschaftsportrait seiner Zeit, wie auch eine Ode an ihre Heimat und deren ruhmreiche Vergangenheit. Sie vereint Geschichte, Mythologie und Gegenwart und erweist ihrer italienischen Heimat erneut eine liebevolle Referenz.

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