Mit einem Tiger schlafen

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Mit einem Tiger schlafen - 2024
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Gerade erst brillierte Birgit Minichmayr in Josef Haders ANDREA LÄSST SICH SCHEIDEN als Landpolizistin, da kommt schon der nächste Film mit ihr in der Hauptrolle in unsere Kinos. Und auch diese Rolle scheint ihr auf den Leib geschrieben, dabei handelt es sich um ein Porträt der österreichischen Künstlerin Maria Lassnig, in deren spröde Natur sie sich kongenial hinein findet.

Maria Lassnig ist derzeit Österreichs erfolgreichste Künstlerin. Doch ihr Weg zum Erfolg war steinig: Auf dem Land aufgewachsen, fand sie kaum Anerkennung für ihre Arbeit, aber auch in Wien war es nicht leichter. “Als Frau musst du immer doppelt so viel arbeiten wie ein Mann und wirst trotzdem als Letztes gefragt.” resümierte sie einmal, warum ihr Weg zum Erfolg sich so schwierig gestaltete. Erst als sie sich auf dem Kunstmarkt durchsetzt und ihre Bilder für sechsstellige Summen verkauft werden, erhält sie die ihr zustehende Anerkennung. Man bietet ihr eine Professur an, die sie natürlich ablehnt, denn mit dem Establishment hat sie längst gebrochen und fühlt sich der österreichischen “Hundsgruppe” näher, bei der sich der Künstler über sein Publikum stellt.

Salomonowitz’ Biopic ist spröde, manchmal sogar unzugänglich und kommt so der Künstlerin mit den ihr eigenen Charaktereigenschaften sehr nahe. Es ist nicht chronologisch, sondern dreht sich um immer wiederkehrende Themen wie Kunstbetrieb, Emanzipation und das lieblose Verhältnis zu ihrer Mutter, deren Anerkennung ihr ein Leben lang verwehrt blieb, wie sie stets mit ignoranten Dörflern, snobistischen Großstädtern und arroganten Kunstprofessoren zu kämpfen hatte. Dabei verhärtet sie charakterlich und wird immer unzugänglicher. Eine Paraderolle für Birgit Minichmayr, die sie über alle Altersstufen kongenial verkörpert und uns am Ende Sympathie für diese verschrobene Künstlerin und ihren morbiden Humor empfinden lässt.

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