Nulpen
Deutschland | 2025 | FSK 12
Filmfestival Max Ophüls Preis 2025

Premiere mit Gästen
mit den HauptdarstellerInnen Bella Lochmann u. Rio Kirchner (evtl. noch weitere)
Ramona und Nico ist langweilig. Über 30 Grad in Berlin, nichts passiert und gleichzeitig irgendwie doch alles. Erst eine zerbrochene Scheibe, dann ein entflohener Vogel und schließlich Ramonas Bruder Noah, der es sich in den Kopf gesetzt hat, den Vogel im Großstadtdschungel wiederzufinden.
Die beiden Freundinnen haben darauf eigentlich keine Lust. Stattdessen treiben sie durch die Stadt, gelähmt von Sommerhitze, Orientierungslosigkeit und dem Gefühl, dass überall schlechte Nachrichten und Hoffnungslosigkeit lauern. NULPEN fängt diesen post-Abi-Zustand zwischen Lähmung und Leichtigkeit erstaunlich gut ein.
Begleitet von den Geräuschen der Berliner Straßen und einem stimmigen Soundtrack entsteht eine Atmosphäre, die auf die Zuschauer:innen überläuft. Auch eine gewisse Traurigkeit macht sich breit. Für eine Low-Budget-Produktion überrascht vor allem die verspielte und ausdrucksstarke Kameraarbeit. Immer wieder blitzen skurrile Momente und ein Hauch magischer Realismus auf.
Manchmal ist der Film vielleicht etwas zu deutlich in seinen Symbolen und seinem Wunsch, die Welt verbessern zu wollen. Trotzdem ist NULPEN ein sehr selbstbewusstes und sympathisches Spielfilmdebüt von Sorina Gajewski und einer dieser Coming-of-Age-Sommerfilme, nach denen man erstmal ein Wassereis essen möchte.


