Romería- Das Tagebuch meiner Mutter
Spanien, Deutschland | 2025 | FSK TBA
Cannes 2025

Carla Simón gewann 2022 mit ihrem Debütfilm ALCARRÀS sogleich den Goldenen Bären. Ihr zweiter Film war im letzten Jahr in Cannes zu sehen. Sie ist dem Thema Familie auch in diesem Film treu geblieben, nur dass die Hauptdarstellerin, die 19-jährige Marine, ihre Eltern gar nicht kennt. Um sich an der Uni einschreiben zu können, braucht sie aber eine Geburtsurkunde, die sie nicht hat. Also macht sie sich auf die Reise von Barcelona nach Vigo, wo die Familie ihres verstorbenen Vaters lebt.
In Vigo angekommen, lernt sie ihre große Familie kennen, Onkel und Tanten nehmen sie ebenso wie die vielen Cousins und Cousinen überschwänglich auf und überschütten sie geradezu mit Geschichten über ihre Eltern. Nur ihre Großeltern, die sie braucht, um an das gewünschte Zertifikat zu kommen, halten sich zurück. Sie haben noch nicht entschieden, ob sie ihrer lebensfrohen Enkelin helfen oder weiter das Familiengeheimnis bewahren wollen.
Carla Simóns Film trägt auch autobiografische Züge, jedenfalls hat ihre Mutter diese Geschichte so oder so ähnlich erlebt. Das Drehbuch basiert auf ihren Tagebüchern, aus denen Marine gelegentlich im Film vorliest, während dokumentarische Original-Filmaufnahmen aus dem Familienarchiv über die Leinwand flackern. So entsteht ein lebhaftes Porträt ihrer Familie und des Hafenstädtchens Vigo in den 1980er Jahren, während der Film mit erstaunlicher Offenheit eine tragische Familiengeschichte aus der post-Franco-Ära zwischen Heroin-Krise und Aids-Epidemie erzählt.


