Scham

Filmfestival Max Ophüls Preis 2025

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Scham - 2025
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Mit SCHAM legt Lukas Röder sein Spielfilmdebüt vor. Ein leises, formbewusstes Familiendrama, das sich bewusst gegen narrative Dringlichkeit entscheidet und stattdessen auf Wahrnehmung, Atmosphäre und formale Offenheit setzt. Im Zentrum steht die Beziehung zwischen Mutter und Sohn, deren Geschichte nicht ausformuliert, sondern fragmentarisch erfahrbar gemacht wird.

Formal arbeitet “Scham” mit einem auffälligen Wechsel der Mittel. Der Film beginnt in einem engen Bildformat und öffnet sich im Verlauf, wodurch emotionale Verschiebungen auch visuell nachvollziehbar werden. Hinzu kommt ein bewusster Bruch in der Bildästhetik. Dokumentarisch anmutende, teils mit dem Smartphone gefilmte Sequenzen treffen auf präzise komponierte, hochauflösende Einstellungen. Diese unterschiedlichen Ebenen stehen gleichberechtigt nebeneinander und erzeugen eine rohe, unmittelbare Präsenz, die sich immer wieder mit kontrollierter Distanz abwechselt.
In seiner Offenheit und formalen Neugier erinnert SCHAM stellenweise an frühe Arbeiten von Jean Luc Godard. Weniger als direkte Referenz denn als Haltung. Kino als Suchbewegung, als Beobachtung, als Prozess. Röders Inszenierung verzichtet auf psychologische Erklärungen und klassische Zuspitzungen. Dialoge bleiben reduziert, Bedeutungen entstehen zwischen den Bildern, in Pausen und Blicken.
SCHAM richtet sich an ein Programmkino Publikum, das formale Experimente, entschleunigtes Erzählen und zeitgenössisches Autorenkino schätzt. Ein Spielfilmdebüt, das nicht gefallen will, sondern hinsieht und genau darin seine Stärke entfaltet.

Eindrücke von der Premiere im Bambi gibt es hier (klick).

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