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Still AliceMein Leben ohne Gestern

AWARDS: Oscar 2015 - Beste Hauptdarstellerin

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Still Alice - 2014 Filmposter

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Julianne Moore brilliert in der Verfilmung des gleichnamigen Romans der Neurologin Lisa Genova als Professorin für Kognitive Psychologie, die mit gerade mal 50 Jahren eine erschütternde Diagnose bekommt: Alzheimer. Mit eisernem Willen, sich selbst nicht zu verlieren, sowie der liebevollen Fürsorge ihrer Familie, versucht sie den rasch zunehmenden Symptomen dieser erbarmungslosen Krankheit entgegenzuwirken.

Alice Howland (Julianne Moore) ist Professorin für Kognitive Psychologie und glücklich verheiratet. Gemeinsam mit ihrem Mann John (Alec Baldwin) hat sie bereits drei erwachsene Kinder: Lydia (Kristen Stewart), Anna (Kate Bosworth) und Tom (Hunter Parrish). An ihrem 50. Geburtstag scheint noch alles in bester Ordnung zu sein, für einen kurzen Moment verwechselt sie das Thema bei Tisch, doch dieses Symptom bleibt unbemerkt. Dann verliert sie ein paar Tage später während einer ihrer Vorlesungen den Faden und erinnert sich nicht mehr an ihren Text. Als sie schließlich bei ihrer Joggingroute, die sie tagtäglich läuft, plötzlich die Orientierung verliert, bekommt sie es mit der Angst zu tun und sucht einen Neurologen auf. Die Diagnose ist katastrophal: Alice leidet unter einer seltenen, erblich bedingten Form von Alzheimer, die unwahrscheinlich früh ausbricht. Mithilfe ihres Mannes und ihrer Familie versucht sie, die immense psychische und physische Belastung zu stemmen und gemeinsam einen Weg zu finden, mit der schnell fortschreitenden Krankheit umzugehen.

Der Roman war das literarische Debüt der Neurologin Lisa Genova und avancierte gleich zum internationalen Bestseller, der in über 30 Ländern verkauft, in über 20 Sprachen übersetzt und 2013 sogar von Christine Mary Dunford für die Bühne adaptiert wurde. Die Verfilmung von Richard Glatzer und Wash Westmoreland erreicht insbesondere durch den filmisch schwer umsetzbaren Blickwinkel, nämlich die Krankheit nicht von außen, sondern aus Perspektive der Erkrankten selbst zu schildern, eine ungewöhnliche Intensität. Mit gekonnter Kameraarbeit und Schärfenverlagerung in der Fotographie, sowie präzisen Schnitten, wird die Wahrnehmung von Alice visualisiert und ihre fürchterliche Verzweiflung und Orientierungslosigkeit verdeutlicht. Julianne Moore schafft es dabei jede Facette der immerwährenden Furcht, dass einem sämtliches Wissen, die Erinnerungen und der eigene Charakter entgleiten, auszuleuchten.

Regisseur Glatzer, der selbst an der schweren, degenerativen Erkrankung des Nervensystems namens Lateralsklerose, besser bekannt als ALS, leidet, beschränkt sich dabei auf die frühen Stadien der Krankheit und fokussiert weitestgehend den stetig zunehmenden Verlust des Gedächtnisses und die sich steigernde Verwirrtheit, als auch die Schwierigkeiten, sich im Alltag zurechtzufinden und simple Aufgaben zu meistern. Es ist der verheerende Verderb der eigenen Identität, auf den er sich konzentriert und als der Film schließlich abbricht, als es ans Eingemachte gehen müsste, könnte man ihm beinahe Inkonsequenz vorwerfen. Doch obwohl „Still Alice“ sich zum Ende hin fortschreitend in eher konventionellen Mustern verliert, bleibt das Gesamtwerk dank eindringlicher Sequenzen und dem fantastisch aufspielenden Ensembles, aus dem die oskarnominierte Hauptdarstellerin Julianne Moore mit der bisher wohl eindrucksvollsten Leistung ihrer erfolgreichen Karriere hervorsticht, nachdrücklich im Gedächtnis haften.