Tea with the DamesEin unvergesslicher Nachmittag

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Tea with the Dames - 2018 Filmposter
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Vier große alte Schauspielerinnen, die von der Queen den Titel “Dame” für ihre Beiträge zur Schauspielkunst erhalten haben, treffen sich von Zeit zu Zeit in einem Cottage und unterhalten sich über die alten Zeiten. Dem Titel zum Trotz wird hier zwar kein Tee getrunken und eine Dokumentation im klassischen Sinne ist „Tea with the Dames“ auch nicht, aber das schmälert das Amüsement kein bisschen. Ausgesprochen humorvoll und “very british” gibt der Film auf warmherzige Weise einen intimen Einblick in das Leben der berühmten Damen.

Die großen Schauspielerinnen Judi Dench, Eileen Atkins, Maggie Smith und Joan Plowright, die alle in den Stand einer Dame erhoben wurden, sind seit vielen Jahrzehnten miteinander befreundet und treffen sich von Zeit zu Zeit im Cottage von Laurence Oliviers Witwe Joan, um über die alten Zeiten zu sprechen, ein Glas Champagner zu trinken, und herzlich miteinander zu lachen. „Notting Hill“-Regisseur Roger Mitchell wohnte mit einem Team einem solchen Treffen bei, um zu beobachten, worüber die alten Damen so reden, wobei er bisweilen auch Themen anstößt, um zu sehen, wohin sie führen und die Gespräche subtil lenkt.

Dies ist keine klassische Dokumentation, sondern eher ein intimes Treffen von Freunden, dem man ausnahmsweise mal beiwohnen darf. Natürlich versteht man dabei nicht alles. So mancher Spruch, so manches verschmitztes Zwinkern lässt erkennen, wie gut sich die Freundinnen kennen. Sie können über Dinge lachen, zu denen der Zuschauer gar keinen Zugang findet, weil sie nur angedeutet werden – wenn überhaupt. Aber das kommt erfreulicherweise nur selten vor, schließlich sind die Schauspielerinnen sehr Kamera-bewusst. Stattdessen lauscht man begierig, wenn die vier Damen aus dem Nähkästchen plaudern. Darüber, wie sie alle neben Laurence Olivier gespielt haben und wie eingeschüchtert sie waren, über ihre Anfänge im Showgeschäft, ihre Ehemänner und schließlich über ihren Stolz nach der Ernennung zur ‘Dame Commander of the British Empire’. Die Themen wechseln schnell und erratisch. Einer Dramaturgie folgt man dabei nicht. Eher wird über das gesprochen, was gerade in den Sinn kommt.

Ein bisschen außen vor scheint Joan Plowright, die nicht nur älter als die anderen ist, sondern wegen ihres schlechten Gehörs und ihrer schlechten Augen auch nicht immer alles mitbekommt. Deutlich frischer zeigen sich ihre Freundinnen, von denen vor allem Maggie Smith für den immensen Humor dieses Films verantwortlich ist (wie auch in so manchem Film, in dem sie mit von der Partie ist). Sie schildert ihre Erlebnisse extrem trocken, aber immer auf den Punkt und generiert damit zuverlässig Lacher. Sehr schön ist beispielsweise, wie sie darüber spricht, dass man ihr eine DVD-Box von „Downton Abbey“ gegeben hat. Aber um die mal komplett anzuschauen – sie hat bislang nicht eine einzige Folge der vielfach preisgekrönten Serie gesehen – muss sie sich wohl sputen, da sie sonst Gefahr läuft, vorher ins Gras zu beißen.

„Tea with the Dames“ ist ein sehr charmanter, höchst vergnüglicher Film, der mit intelligenter Konversation, großer Herzlichkeit und sehr viel Humor daherkommt. Eine echte Perle, wie es sie nicht so häufig gibt, und ein originelles Porträt obendrein.