Teenage Sex and Death at Camp Miasma
Vereinigte Staaten | 2026 | FSK 16

„It’s all about flesh and fluids“ – dieser Satz fällt in TEENAGE SEX AND DEATH AT CAMP MIASMA zunächst wie eine flapsige Absage an jede akademische Überinterpretation des Slasherkinos. Tatsächlich liefert Jane Schoenbrun damit den Schlüssel zu einem Film, der Körper, Begehren und Angst ernst nimmt, ohne den Spaß am Genre zu verlieren. Ihr auf 35mm gedrehter Horrortrip ist zugleich Liebeserklärung an die Videothekenära und queere Neuerfindung eines oft erstaunlich konservativen Subgenres.
Eine junge Regisseurin soll die Horrorreihe Camp Miasma nach mehreren ideenlosen Sequels wiederbeleben. Um sich vorzubereiten, besucht sie die isoliert am Set lebende ursprüngliche Hauptdarstellerin (wunderbar: Gillian Anderson). Doch aus der Recherche wird ein psychologischer Sog, in dem sich Erinnerung, Fantasie und filmische Realität zunehmend auflösen. Schoenbrun interessiert sich dabei weniger für die Frage, wer mordet, sondern dafür, was diese Bilder mit den Menschen machen, die in ihnen gefangen sind.
Schoenbrun, die bereits mit “I Saw the TV Glow” Genre und Identität verschränkte, arbeitet hier die kathartische Wirkung des Slashers für Außenseiter heraus. Ihr Film ist deshalb weit mehr als ein nostalgisches Zitatfeuerwerk: ein kluger, sinnlicher und manchmal wahnsinniger Horrorfilm über die Macht von Bildern – und darüber, wer sich endlich in ihnen wiederfinden darf.


