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The Human Voice

Venedig Filmfestival

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The Human Voice - 2021
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Jean Cocteaus dramatischer Monolog „La voix humaine“ beschäftigt Pedro Almodóvar schon seit über 30 Jahren. Im ersten Lockdown 2020 erstellte er eine spanischsprachige Adaption, ließ sie ins Englische übersetzen und schickte sie Tilda Swinton mit der Frage, ob sie sich vorstellen könne, die Hauptrolle zu spielen. Doch der englische Text hörte sich merkwürdig an, und so gab er Swinton die Genehmigung, ihn zu verändern. Nach zwei Lesungen mit ihrem Text stand Almodovars erstem englischsprachigen Film und seiner ersten Zusammenarbeit mit Swinton nichts mehr im Wege. Zum European Arthouse Cinema Day am 14. November zeigen wir den 30-minütigen Kurzfilm, ergänzt um ein 45-minütiges digitales Interview mit Almodóvar und Tilda Swinton und dem britischen BBC-Filmkritiker und Journalisten Mark Kermode im Anschluss an den Film.

“Der Lock Down hat bewiesen, wie sehr die Menschen von Geschichten und Kultur abhängen. Unser Zuhause ist ein Gefängnis, obwohl wir es nicht mehr verlassen müssen, zieht es uns nach draußen, drängt es uns, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Das Kino ist das Gegenteil von einem Gefängnis, es ist immer der Beginn eines neuen Abenteuers. Es ist eine Katharsis, die man mit anderen Menschen teilt. Für mich als Filmemacher bedeuten die Streaming-Plattformen den Verlust des Kontaktes zum Publikum. Auch wenn es nicht die beste Zeit des Kinos ist, es muss weiter bestehen!” (Pedro Almodovar)

Almodovar kannte die bisherigen Verfilmungen des Stoffes mit Anna Magnani und Ingrid Bergmann, führte er auf der Pressekonferenz in Venedig aus. Er wollte aber eine eigene modernere Variante schaffen, die seinen Glauben an die Freiheit wiedergibt. Seine Version ist einerseits theatralisch, andererseits kinematographisch, womit er schon die Rollenverteilung beschreibt. Für ihn habe sich der englische Text komisch angehört, als Tilda Swinton in sprach, sie veränderte ihn leicht, interpretierte in theaterhaft, beinahe wie bei Shakespeare, während Almodovar dem Essay eine filmische Form gab. Textpassagen wurden gestrichen, Kulissen verschwanden, er fügte einen Racheakt hinzu. Farben und Monolog sind sehr barock, darüber hinaus ist es immer ein Experiment, die Vorlage in eine andere Sprache zu transponieren. Der Text ändert sich, sein Klang, aber auch die Perspektive. Es sei eine wunderbare Erfahrung, dieses Abenteuer mit jemandem zu teilen. Wenn die Chemie mit dem Schauspieler stimme, treibe ihn das zu Neuem an. Für ihn sei dieser Film ein neuer Zyklus seines Lebens und er wolle unbedingt wieder mit Tilda Swinton zusammenarbeiten, erzählte uns der Maestro auf den Filmfestspielen in Venedig.

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