Under the Tree

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Under the Tree - 2017 Filmposter
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Allen Freunden rabenschwarzer skandinavischer Komödien sei dieser Film ganz besonders ans Herz gelegt: Der Isländer Hafsteinn Gunnar Sigurðsson überzeugte bereits mit “Either Way” als Erzähler lakonischer Geschichten und inspirierte David Gordon Green zu seinem amerikanischen Remake “Prince Avalanche” mit Paul Rudd und Emile Hirsch. “Under the Tree” dagegen ist so pointiert, dass er selbst schon international ein großes Publikum erreichte. Bei den Filmfestspielen in Venedig gehörte der Film zu den Favoriten in der Nebensektion “Orizzonti”.

Die bürgerliche Kleinfamilie mit ihren Reihenhäusern, Vorgärten und der damit verbundenen sozialen Kontrolle waren schon oft Gegenstand von schwarzen Komödien, aber kaum eine ist so provokativ und bitterböse wie diese: Agnes erwischt ihren Mann Atli mit einem erotischen Filmchen, das dieser noch gemeinsam mit seiner Ex aufgenommen hat. Maßlos gekränkt wirft sie ihn aus dem Haus, so dass er wohl oder übel zu seinen Eltern zurück ziehen muss. Dort eskaliert gerade ein Nachbarschaftsstreit über einen großen Baum im Garten, der Schatten auf das Grundstück der anderen wirft. Aus dieser simplen Ausgangssituation entwickelt Sigurðsson eine Kette absurder und hoch komischer Situationen, in denen nach und nach die dunklen Seiten aller Beteiligten zum Vorschein kommt. Frustration und unterdrücktes Begehren, Abhängigkeit und verdrängte Traumata explodieren hier zum Teil wortwörtlich, wenn der Kleinkrieg der Nachbarn mit Gewalt weitergeführt wird. So wird der unterhaltsame Schlagabtausch auch zur beißenden Sozialkritik, die auf überspitzte Weise die Konsequenzen bürgerlicher Normalisierungsfantasien in den Blick nimmt.