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VorschauSTART | 16.07.2020

Waves

Infos Vorführungen

Waves - 2019 Filmposter

Die Filmreihe

Metropol
Do16.07.2020:15

9,50 EUR/7,50 EUR
Normal / Gildepass

Informationen

Trey Edward Shults inszeniert im Drama WAVES die formative Zeit in den Teenager-Jahren eines Bruders und seiner jüngeren Schwester als ,,Panikattacke” und anschließende “Umarmung” zu einem brillanten Soundtrack von u.a. Frank Ocean.

In zwei Teilen wird von den Williams, einer afroamerikanischen Vorstadtfamilie aus Südflorida erzählt. Der erste Teil folgt Tyler (Kelvin Harrison Jr.), dem Sohn der Familie. Tyler ist ein Highschool-Wrestlingstar, der unter strenger Aufsicht seines Vaters Rupert (Sterling K. Brown) trainiert. Er soll an den Landesmeisterschaften teilnehmen und hat Aussichten auf ein Universitätsstipendium. Es beginnt mit einer Autofahrt auf einem sonnendurchfluteten Highway, schwindelerregend dreht sich die Kamera im Zentrum des Autoinneren um ihre eigene Achse. Tyler und seine Freundin Alexis (Alexa Demie) hören laut Musik, lehnen sich weit aus dem Fenster, Tyler nimmt die Hände vom Steuer und fordert Alexis heraus: Vertraust du mir? Fast so, als ob er es auf einen Unfall anlegen würde. Die Szene setzt das Tempo und die Richtung für den ersten Teil: Man hat stets das stressvolle Gefühl, dass das alles nicht gut ausgeht.

Der zweite Teil setzt direkt nach der unvermeidlichen Katastrophe ein, mit der der erste Teil endet. Nun steht Tylers jüngere Schwester Emily (hervorragend: Taylor Russell) im Zentrum und ihr Ringen, in dieser Familienkrise ein Teil im Leben ihrer Eltern (als Mutter Catherine: Renée Elise Goldsberry) zu bleiben. Zwischen ihr und Schulkamerad Luke (Lucas Hedges) entwickelt sich eine Beziehung und sie findet wieder Zugang zu der Liebe, die notwendig ist, um zu verzeihen und wieder eine Familie zu werden.

WAVES ist nicht größer als die Summe seiner Teile, Tylers und Alexis’ Beziehung und die Familiendynamik der Williams muss man manchmal in den Lücken zwischen den Szenen suchen, die angebotenen Lösungen sind simpel. Aber der Film ist gut darin im Moment zu verweilen und macht glaubhaft, dass man es schaffen kann, weiterzumachen, egal wie die Zukunft aussieht. WAVES führt uns dafür von einem eindrucksvollen Bild zum nächsten. Stilistisch ambitioniert wird viel experimentiert mit Sound, Licht, Kameraeinstellungen und sogar dem Bildformat.

Der Film ist vor allem ein Portrait seiner Teenager. Klaustrophobische Fragmente von Textnachrichten und Social Media und der Soundtrack samt Lyrics von u.a. Animal Collective, Frank Ocean und Kanye West bilden eine eigene Erzählebene und situieren den Film in einem spezifischen kulturellen Moment. Unabhängig von diesem Moment aber sind es die erste Liebe und vor allem die Familie, die universell wichtig und formativ sind.

Trey Edward Shults hat das Drehbuch zusammen mit Tyler-Darsteller Harrison entwickelt, mit dem er bereits in IT COMES AT NIGHT zusammengearbeitet hatte. In ,,Mini -Therapiesitzungen” diskutierten sie über ihre Highschool-Zeit, die Beziehung zu ihren Eltern und ihr Liebesleben. Shults hatte ursprünglich nicht geplant, den Film über eine afroamerikanische Familie zu machen, durch Harrisons Input entwickelte sich der Film jedoch natürlich in diese Richtung. Zuletzt wurde oft kritisiert, wie Geschichten über Schwarze durch eine weiße Linse erzählt würden (z.B. GREEN BOOK). Shults verließ sich bei seiner Inszenierung auf konstantes Feedback seiner Hauptdarsteller.

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